MTB-Tour: Über die Königsschlösser nach Berwang

19.06.2009 - 21.06.2009
Autor: Michael Schneider
Tour-Nr.: 2009/17

Am Freitag 19. Juni 2009 trafen wir uns am Vereinsheim um 13 Uhr. Bei Günter Wolf hatten sich Roswitha Hofmann, Wolfgang Reichert, Dietmar Weiß, Alfred Pfister, Gerhard Ammon, Gerhard Berger und Michael Schneider für die „Schlössertour im Allgäu“angemeldet. Wir fuhren gut gelaunt mit einem Vereinsbus und mit dem bewährten Skoda Oktavia in Richtung Berge. War das Wetter in Ansbach zwar etwas durchwachsen aber sonnig, so hatte der Wetterbericht für das Allgäu unmissverständlich Regen vorhergesagt. Der zunächst noch schwache Hoffungsschimmer auf der Fahrt Richtung Süden wurde dann spätestens ab der Donau von der nassen Realität abgelöst, was unsere Vorfreude nicht bremsen konnte.

Nach der Ankunft in Halblech und kurzer Vorbereitung mit dem obligatorischen „Räder Check“ ging es dann bei gleichmäßigem Regen stetig steil bergauf Richtung Kenzenhütte, unserem Tagesziel am Freitagabend. Die gut ausgebauten Forstwege machten zwar die Anstrengung überschaubar, allerdings lassen unklare oder fehlende Markierungen eine verlässliche Orientierung auf den Wegen kaum zu. So kam es dann wie es kommen musste, dass der gut befestigte Waldweg abrupt endet und die fortgeschrittene Zeit keine Experimente über vielleicht interessante Abkürzungen mehr zuließ. Somit ergab sich auch am Freitag noch eine flotte Abfahrt zurück zu einer entscheidenden Wegkreuzung. Nach einem ausgedehnten Umweg und weiter zunehmenden Regen wurde die sehnlichst erwartete Hütte mit ca. 1 Stunde Verspätung erreicht, wobei wir inzwischen alle schon lange durchgeweicht waren. Der gegenüber den Gästen etwas zurückhaltende Hüttenwirt und sein Personal sorgten für zeitige Bettruhe auf der Kenzenhütte, womit wir am nächsten Morgen gut erholt die Sättel besteigen konnten.

Die lange Abfahrt im Nieselregen über nassen Untergrund in Richtung Leiterau erforderte volle Konzentration. Für Abwechslung sorgten kurze Schiebepassagen sowie glitschige Bachquerungen. Bereits jetzt waren unsere Schuhe nicht nur von außen nass. Weiter ging es in kühn rasanter Fahrt nach Buching und von dort direkt am Bach entlang auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein zu. Auf dem Weg inauf zur Marienbrücke wurde ein bemerkenswerter Anstieg erklommen. Der Blick von der Brücke in die Schlucht mit dem wild tosenden Gebirgsbach war sehr beeindruckend. Die drangvolle Enge inmitten der Touristen hat uns jedoch schnell wieder auf die Räder steigen lassen. Der extrem steile Anstieg setzte sich weiter fort und die kräftezehrende Fahrt konnte allenfalls kurz durch die regelmäßigen Viehsperren unterbrochen werden.

Nach stilvoller Einkehr im Jagdhaus von König Ludwig und kurzer Regeneration ging es weiter hinauf zur Bleckenau über eine gleichmäßige lange Bergstrecke und der unmerklichen Überschreitung der Grenze nach Österreich. Nun folgte eine wilde abwechslungsreiche Abfahrt auf einem Single Trail mit dem bezeichnenden Namen „Jägersteig“. Der bizarre Weg mit nassen rutschigen Passagen, Steinstufen sowie Wurzeln und losen Steinen erforderte gute Koordination und fahrerisches Geschick war aber im gesamten Geläuf fahrbar. Von kleinen Blessuren abgesehen genossen wir diesen Abschnitt in vollen Zügen.

Nachdem sich alle Radler wieder sortiert hatten, ging es zunächst auf Schotter und anschließend auf Asphalt hinab durch den Ammerwald. Einen landschaftlichen Höhepunkt erreichten wir bei der teilweisen Umrundung des Plansees und dem benachbarten Heiterwangersee. An diesen Streckenabschnitt und einer kurzen Rast am Bichlbacher Badeweiher erfreuten wir uns besonders, denn inzwischen lachte auch die Sonne gelegentlich vom Himmel. Jetzt stand uns noch der Schlussanstieg über eine lange Straßenauffahrt nach Berwang und von dort weiter im Gelände zur Kögelehütte bevor. Dort wurden wir vom Hüttenwirt bereits freudig empfangen und konnten uns sogar mit einer warmer Dusche verwöhnen lassen. Nach kleineren Reparaturen an diversen Rädern und reichlich gutem Essen ergab sich ein zünftiger Hüttenabend mit abwechslungsreicher Unterhaltung.

Am Sonntagmorgen ergab sich für uns keine Eile, nachdem sich über Nacht wieder der Regen zurückgemeldet hatte. Bei schlechter Sicht und 8°C galt es die launige Abfahrt unbeschadet zu überstehen und keine weiteren Risiken einzugehen, wobei auch der Bestand an Ersatz-Bremsbelägen zusammenschmolz und somit wieder einmal den echten „kritischen Pfad“ einer Mountainbiketour unterstrich.

Aufgrund der allgemeinen Umstände wurde die Strecke gemäß Plan B gewählt, wobei jedoch einzelne kurze Ausflüge ins Gelände immer möglich waren. Nur knapp entgingen wir einem beachtlichen Regen- /Hagelwetter durch die richtige Empfehlung von Roswitha, was uns allerdings nicht daran hinderte, bei den letzten beiden Tagesanstiegen sowie der ausdauernden flotten Schlusspassage zurück zu den Autos ein ausgiebiges erfrischendes Wasserbad in der Regenflut zu erleben.

Vielen Dank unserem Tourenleiter Günter Wolf und an die Teilnehmer für die tollen Eindrücke und die erlebnisreiche MTB Tour.