Klettern in der Fränkischen Schweiz

13.06.2009 - 15.06.2009
Autor: Georg Lober

mit Karin Steinert

Samstag, 13. Juni, kurz nach acht am Vereinsheim – Christine und Robert hatten ihren Japaner voll gepackt mit Dini, Günter, Peter, Georg und viel Gepäck –  erfolgte der Start Richtung Eschenbach in der Fränkischen Schweiz. Nach einer guten Stunde trafen wir am „Grünen Schwan“, unserem Quartier für die nächsten zwei Nächte, auf Hanne und Erwin und unsere „Trainerin Karin“. Nach einer kurzen Besprechung ging’s los Richtung „Weiße Wand“. Mit einer kleinen Verspätung traf auch Erwin am  Parkplatz in der Nähe von Hegendorf ein, er hatte sich wieder mal auf irgendein „Navi“ verlassen das ihn stets Richtung Amberg führt. Die Ausrüstung, Seile, Helme, Karabiner  und andere Haken wurden ausgepackt und in den Rucksäcken verstaut und nach einiger Mühe bei der Suche hatten wir dann auch die „Weiße Wand“ gefunden – allerdings waren auch schon viele andere an den Kletterrouten. Karin erläuterte nochmals wichtige Sicherheitsregeln, vor allem dass sich die Partner vor jeder Route nochmals gegenseitig durchchecken, das korrekte Umhängen an der Umlenkung und der Knoten am Seilende. Dini machte den Anfang am „Waggerla“, einer Route, die mit einem 5er bewertet wurde.

Fortan waren dann Begriffe wie „Bierkutscher“, „Wulst“ oder „Verfassungsbeschwerde“ für uns entscheidend, dies waren die „Dinger“, oder korrekt die Routen, auf denen wir herum turnten. Gegen Nachmittag wurde es leerer an der Wand und da hatten dann doch die eine oder der andere die Möglichkeit mal eine 7er Route auszuprobieren. Während wir uns da mit Kletterschuh, Seil, und Sicherungen an der Wand abmühten, kam ein Typ, barfuß mit schmutziger Jeans und zwei Buben an und kletterte so wie er war einfach die Wand hoch und auch wieder runter – motivierend war dies für uns weniger. Ja und noch ein Besucher kam, sein Ziel war der Rucksack von Hanne. Und wenn sie auch zunächst annahm, dass dies eine Ratte war, die ihr über die Hand hüpfte, musste sie später doch feststellen, dass nicht alles was aussieht wie eine Ratte und hüpft wie eine Ratte auch eine Ratte sein muss, sondern ein Siebenschläfer sein kann, zumal er einen dicken buschigen Schwanz hatte. Die nächste Station die wir angingen, war dann auch für uns weniger mühevoll, denn da mussten wir nur die Stühle im Biergarten erklimmen, um an Gulasch und Nudeln zu gelangen. Es war der schöne Abschluss eines noch schöneren Tags und mit jedem Bier wurden die Routen schöner, die man tagsüber geschafft hatte. Die „Fachdiskussionen“ wurden dann bei zunehmender Dunkelheit in der Gaststätte fortgesetzt, es gab anscheinend viel zu reden, denn es wurde spät.

Nach einem reichlichen Frühstück ging’s wieder los, Erwin fuhr diesmal hinter uns her und fand deshalb auch ohne Probleme den Parkplatz. Heute war die Röthenbacher Wand unser Ziel, die wir dann auch mühelos fanden. Steine, Sonne und fast kein Schatten hatten wir da an der Südwand, wo Namen wie „Grottenriss“, „Denkste“ oder „Dicke Liese“ die Bezeichnung für die Routen waren, an denen wir hochkletterten. Dass wir unsere Lektion vom richtigen Sichern begriffen hatten, zeigte sich, als Karin einmal beim Vorstieg einen spektakulären Flug hinlegte, von Erwin am Sicherungsseil aber gekonnt gehalten wurde, sodass es bei einem kleinen Schrecken blieb. Als es dann am Nachmittag die Sonne zu gut mit uns meinte, flüchteten wir Richtung Nordseite an der „Weißen Wand“. Bedauert wurde da von einem Teilnehmer nur, dass er dem „Waggerla“ keinen Besuch mehr abstatten konnte, denn da turnten schon wieder andere drauf rum. Aber an der schattigen Nordwand war es dann recht angenehm und mit dem „Moosbüffel“ und „Auf langer Zeit“ konnten einige schöne 5er und 6er Routen begangen werden. Der leckere Rinderbraten mit Kloß und Salat und vor allem das köstliche Bier im Garten des „Grünen Schwans“ war dann wieder ein würdiger Schlusspunkt für diesen schönen Sonntag.

Am Montagmorgen ging es nach dem Frühstück und dem Verstauen des Gepäcks Richtung Vorra weiter, wo die „Kleine Wacht“ unser Ziel war. Auch hier warteten wieder sehr schöne Routen auf uns. Am „Piazriss“, einem 5er-, machten wir dann unsere Prüfung zum „Kletterschein Vorstieg“, die alle zur Zufriedenheit unserer Lehrerin Karin ablegten. Die Besten tummelten sich dann noch auf dem „Vagabundenpfeiler“ oder dem „Schluchtenweg“.

Am frühen Nachmittag packten wir dann und machten uns auf den Heimweg. In einem Café in Hersbruck ließen wir dann nochmals drei erlebnisreiche Tage Revue passieren. Dabei durften wir uns bei unserer Leiterin Karin bedanken, die einfühlsam, mit Geduld und absolut kompetent durch die Tage führte – und nicht nur wir, auch der Himmel war traurig, als wir Abschied nahmen, denn es fielen die ersten Tropfen als wir heimwärts fuhren.                                                                                    -gl-