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Alpine Wanderung im Tannheimer Tal

10.07.2010 - 11.07.2010
Autor: Karl Hruschka
Tour-Nr.: 2010/26

Nachdem die erste Tour dieser Art, geplant für den 19.06.2010, buchstäblich ins Wasser gefallen war, konnte unsere Gruppe bei herrlichem Wetter mit dem ersten Hahnenschrei die Fahrt von Ansbach ins Allgäu antreten. Nach etwa drei Stunden Fahrt erreichten wir mit zwei PKW den Parkplatz am Vilsalpsee. Da diese Tour für Anfänger und Wiedereinsteiger gedacht war, gab der Tourenleiter nützliche Ratschläge das Packen des Rucksacks und den Gebrauch von Wanderstöcken betreffend. In der noch kühlen Morgenluft stiegen wir, fünf Frauen und drei Männer, zur Landsberger Hütte in 1810 m Höhe auf. Nach zwei Stunden erreichten wir unser Übernachtungsquartier. Dort stärkten wir uns mit einer Brotzeit und einem kühlen Radler oder einer Saftschorle. Nachdem wir unsere Schlafplätze hergerichtet hatten, packten wir einen kleineren Rucksack mit dem Notwendigsten für eine Tagestour. Unser Tourenleiter Johannes führte uns auf meist bequemen Wanderwegen durch die landschaftlich schöne Allgäuer Bergwelt, vorbei an gemütlich wiederkäuenden Kühen, an leuchtend blühenden Blumenwiesen, stets gewaltige, in der Sonne leuchtende Felsmassive aus Kalkgestein vor Augen. Unser Tourenleiter ließ uns – nicht ohne Augenzwinkern – die Erfahrung machen, dass der kürzere Weg nicht unbedingt der bessere ist und erklärte in diesem Zusammenhang die verschiedenen Kategorien von Wegtypen und ihre Darstellung in Wanderkarten. So erklommen wir, in fröhlicher Runde plaudernd oder einfach die Landschaft genießend, den einen und anderen der umliegenden Gipfel. Wer gar nicht genug bekommen konnte, stieg noch auf zwei oder drei weitere Hügel hinauf, während der Rest der Gruppe, im weichen Gras liegend und die phantastische Aussicht genießend ausruhte. Gerade für Anfänger oder nicht so geübte Wiedereinsteiger war es sehr angenehm, dass die Tour so geplant war, eine Pause einlegen zu können, ohne den Anschluss zu verlieren.

Rechtschaffen müde aber zufrieden und mit ordentlichem Appetit erreichten wir abends wieder unser Quartier, die Landsberger Hütte. Einige von uns leisteten sich den Luxus, sich statt durch eine berghüttenübliche Katzenwäsche durch ein Bad in einem von der Abendsonne beschienenen nahegelegenen Bergsee zu erfrischen. Brotzeit und Bier schmeckten nun besonders gut. Auch die Stimmung innerhalb der Gruppe war so gut, dass wir in geselliger Runde bis in die Dunkelheit vor der Hütte bei Bier und Wein beisammen saßen. Von der euphorischen Stimmung etlicher Fußballfans, die das Spiel der deutschen Nationalmannschaft um Platz 3 bei der WM in einem Fernsehraum verfolgten, bekamen wir immer durch den kollektiven Jubel nach jedem Tor für die deutsche Mannschaft etwas mit. Schließlich kam die Zeit der Hüttenruhe – und das war gut so, wollten wir doch am nächsten Tag eine mindestens ebenso lange Wanderung absolvieren.

Mit einem kräftigen Frühstück gestärkt erwanderten wir etliche weitere umliegende Gipfel. Die Stimmung innerhalb unserer Gruppe war gut; man nahm aufeinander Rücksicht, teilte mitgebrachte Müsliriegel und Süßigkeiten, man konnte sich gut unterhalten oder einfach die Schönheit der Landschaft genießen – kurzum, eine angenehme Atmosphäre, an der nicht zuletzt unser Tourenleiter durch seine umsichtige Betreuung entscheidenden Anteil hatte. Im Laufe des Nachmittags erlebten wir als Höhepunkt der Wanderung den Abstieg zum Vilsalpsee, das Gewässer bereits Stunden vor Erreichen tief unten vor uns liegen sehend und im Hintergrund die mächtigen, von der Sonne zum Leuchten gebrachten weißen Kalksteinmassive – ein imposanter Anblick. Die letzten paar Kilometer wanderten wir dann am See entlang auf einem bequemen Schotterweg – sehr angenehm, die ungewohnte Anstrengung der beiden letzten Tage steckte nun deutlich spürbar in den Beinen. Zum Abschluss unserer Tour kehrten wir in einem der Restaurants am See ein und traten dann die Heimreise an, froh, sich nun bequem ausstrecken zu können, aber dennoch in Gedanken schon den nächsten Ausflug in die Berge planend. Dem Organisator und allen Teilnehmern vielen Dank für eine gesellige, schöne Bergtour !