MTB-Tour 2-Tagesdurchquerung Fränkische Schweiz

19.06.2010 - 20.06.2010
Autor: Matthias Klein

Radfahren im bergigen Gelände oder Mountainbiking

Der nervige Wecker schrillt um 6:00 Uhr….noch dazu am Samstag – nach kurzem Grübeln in der geistigen Dämmerung weiß ich auch warum (MTB-Tour „2 Tagesdurchquerung Fränkische Schweiz“) – und es regnet bei kühlen 13°C.

Nach der Überwindung des inneren Schweinehunds treffe ich mich mit neun weiteren Hartgesottenen zur unchristlichen Zeit um 6:25 am Ansbacher Bahnhof. Mit kurzem Zwischenstopp in Nürnberg, wo wir einen Mediziner in unsere Gruppe aufnahmen, nahmen wir Kurs auf Bamberg. Während der Zugfahrt erklärte uns Tourenleiter Günter Wolf die Route, die in den nächsten zwei Tagen bewältigt werden sollte. Also etwa 90 Kilometer und schlappe 1900 Höhenmeter. Da es mein erstes „Radfahren im bergigen Gelände“ war, verhielt ich mich ganz still und versuchte mir vorzustellen, wie hoch 1900 m senkrecht, bzw. auf 90 km verteilt bewältigt werden sollen.

Wichtig bei dem Beginn jeder Fahrt ist der Sicherheitstest, also ob Lenker, Laufrad und Bremsen sowie Pedale das tun, wofür sie gedacht sind. Natürlich gab es bei unserem Schnelltest vor dem Bahnhof keinerlei Beanstandungen, denn jeder wollte ja jetzt endlich losfahren.

Wider aller Erwartungen wurde die berghungrige Horde – übrigens: eine mutige Frau war unter uns – bereits bei km 3 jäh gestoppt, da entweder Alfreds´ Reifendruck sich nicht an Alfreds Gewicht angepasst hatte oder umgekehrt. Die etwas längere Pumppause wurde von allen gut genutzt und die Laune verbesserte sich zusehends, da wir bereits leichten Sonnenschein verspürten. Bei bester Unterhaltung näherten wir uns der ersten Bergwertung des Tages, der Giechburg. Nach einem steilen Pfad, der mich erstmals lehrte, dass Kraft nicht die fehlende Geschicklichkeit und Technik ersetzen kann, gab es das erste Rennen auf steiler Straße hinauf zur Giechburg. Nach fantastischem Ausblick folgten wir von nun an abschnittsweise dem Frankenweg, einem 500 Kilometer langen Wanderweg quer durch Franken, auf schmalen Wegen, den sogenannten Trails und Feldwegen. Unsere Etappe unterbrachen wir für ein gutes Essen in Heiligenstadt, wo wir selbstgebrautes Bier und echtes fränkisches Essen genossen. Danach war die 21% Steigung zum Aufwärmen gerade recht, kleine Übungssequenzen, wie steiles Ab- bzw. Aufwärtsfahren baute Günter stets geschickt mit ein. Die Übernachtung in Muggendorf war stilistisch ein Ausflug in vergangene Zeiten, was aber der vorzüglichen Bewirtung keinen Abbruch tat. So sonnig und ausgelassen wie der 1. Tag vergangen war begann auch der zweite. Zum Aufwärmen gab es wie immer einen steilen langen Anstieg, diesmal den „Dooser Berg“. Hochkonzentriert lieferten wir uns mehrere Rennen, teils unbeabsichtigt gegen die zweite Gruppenhälfte, die an dem Treffpunkt 5 Kilometer vorbei fuhr, teils gegen die Marathonläufer, die ebenfalls den Frankenweg benutzten.

Den Bahnhof Pegnitz schon fast vor Augen suchten sich die Gruppen noch einen kleinen Umweg, um wie zufällig noch an einem urfränkischen Gasthof vorbeizukommen und das ein oder andere Schäufala zu verdrücken.

Schließlich am Bahnhof in Pegnitz angekommen, waren alle Teilnehmer der Meinung: viel zu Kurz, Lust auf mehr und super Tourenleitung, sowie Teilnehmer.

Weiteres könnte folgen, wenn man den Verabredungen im Zug glauben schenkt!