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Alpine Wanderung in Steibis

16.09.2011 - 18.09.2011
Autor: Ilona Kleinhenz
Tour-Nr.: 2011/39

Von Wiederholungstätern auf Einsteigertour

Am Freitag um 13.30 Uhr ging es für 10 Wanderbegeisterte mit drei PKWs los von Ansbach in Richtung Allgäu. In der Gruppe waren zahlreiche „Wiederholungstäter" (Angela, Dorothea, Gabi, Hildegard, Ilona und Odette), die bereits im Juli mit Tourleiter Johannes Lechner im Kleinwalsertal unterwegs waren. So war die Wiedersehensfreude groß und auch der gute Draht zu den anderen Mitwanderern Grete, Birgit und Harry war schnell hergestellt, so dass einem harmonischen Wochenende nichts im Wege stand.

Als wir am Freitag nach einer panoramareichen Anfahrt (dank einer Umleitung) in der Hütte in Steibis ankamen, waren wir alle begeistert von der schönen und gemütlichen Unterkunft, die wir ganz für uns hatten. Im Vergleich zur Schwarzwasserhütte, deren „Einzimmer-WG" (vgl. Bericht zur Tour 2011/29) doch ein wenig beengt war, schien uns beispielsweise das 5er-Lager wie der reinste Luxus…

Noch vor dem Abendessen konnten wir uns quasi schon ein wenig für Samstag einlaufen – bei einem gemütlichen Abendspaziergang auf den Imberg machten wir schon die ersten Höhenmeter ;-)

Die erste Nacht brachte – entgegen der Wettervorhersage – heftiges Gewitter und Sturm; und der Nieselregen noch am Samstagmorgen schien nichts Gutes zu verheißen... Doch das Wetter besserte sich zusehends und so konnten wir gut gestärkt um kurz nach 8 Uhr zu unserer Wanderung mit Ziel Hochgrat (1834m) aufbrechen.

Zunächst führte unsere Route zur Falkenhütte und schließlich durch abwechslungsreiches Gelände, das uns immer wieder traumhafte Ausblicke bot, zum Staufnerhaus auf 1634m. Unterwegs fiel uns immer wieder das für die Nagelfluhkette so typische Gesteinsmaterial auf: größere und kleinere rundliche Gerölle, die miteinander verkittet wurden und einen grobporigen, aber doch recht festen Stein bilden. Der Name „Nagelfluh", den dieses Gestein trägt, bezieht sich auf die wie Nagelköpfe aus der Fluh (Felsen, Felswand) herausschauenden Gerölle – im Volksmund auch als „Herrgottsbeton" bekannt.

Während die eine Hälfte der Gruppe eine ausgedehnte Mittagspause am Staufnerhaus genoss, zog es den anderen Teil weiter in die Höhe, auf zum Gipfel des Hochgrats, wo uns neben Alpendohlen und einer absolut fantastischen Rundumsicht (Hochvogel, Hoher Ifen, Bodensee,…) ein mit bunten Gebetsfahnen geschmücktes Gipfelkreuz erwartete. Der Abstieg zur Oberstiegalpe sollte uns wieder zu den anderen Gruppenmitgliedern führen, die jedoch ihrerseits die Unterlauchalpe zum Ziel auserkoren hatte… wo wir uns dann doch alle wieder trafen. Nun ging‘s weiter ins Tal, denn schließlich suchten wir noch ein wenig die Herausforderung mit einem Schlussanstieg von gut 400 Höhenmetern zurück zu unserer Hütte. Ob dabei ein Stromschlag am Viehzaun wirklich zum schnelleren Aufstieg verhilft oder ob einfach nur gute Kondition ausschlaggebend ist, bleibt nach wie vor ungeklärt ;-)

Einen schönen Abschluss fand unsere Wanderung am Abend zwar nicht im Imberghaus, das durch eine geschlossene Gesellschaft belagert wurde, dafür aber in einem nahe gelegenen Berggasthof sowie beim anschließenden lustigen Hüttenabend. Der Wetterbericht für den Sonntag hatte leider gestimmt (Regen, Regen, Regen…), so dass wir nach einem gemütlichen Frühstück die Heimfahrt antraten – nach einer wirklich tollen alpinen Wanderung im Naturpark Nagelfluhkette im Allgäu. Alpine Einsteigertouren mit Johannes - immer wieder gerne!

Aussicht vom Hochgrat zum Hohen Ifen
Berg heil am Gipfel mit Gebetsfahnen
Blick zum Hochgrat
Unterwegs in der Nagelfluhkette