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Schneeschuhtour Spitzingsee

11.03.2011 - 13.03.2011
Autor: Erika Hartmann
Tour-Nr.: 2011/18

Rotwand-Reibn und Aiplspitz

Tourführung: Armin Weigel

Teilnehmer: Birgit, Christoph, Daniel, Erika, Johannes, Manfred, Roland

 Bei Lawinenwarnstufe 1 können wir uns am Freitag, den 11.03.11, gegen 13.00 Uhr sorgenfrei auf den Weg zur geplanten Schneeschuh-Tour ins Mangfallgebirge machen. Die einzige Sorge besteht allenfalls darin, noch genügend Schnee für die Tour vorzufinden, aber während in den tieferen Lagen bereits der Frühling Einzug gehalten hat schlafen Schliersee und Spitzingsee noch unter einer geschlossenen Eisdecke.

Das lässt hoffen.

Vom Parkplatz der Taubensteinbahn tappen wir, selbstverständlich mit der Notfallausrüstung LVS-Gerät, Schaufel und Sonde ausgestattet, über die schon an manchen Stellen abgetaute Piste (der Skibetrieb ist bereits eingestellt) hinauf zur Bergstation und hinüber zum Taubensteinhaus auf 1567 m. Während die Hütte schon im Schatten liegt verwöhnt uns am Sattel oberhalb der Bergstation noch die abendliche Frühjahrssonne und wirft ihre letzten goldenen Strahlen auf die vor uns liegenden Voralpengipfel.

Die Hütte bietet einen kleinen, aber für uns ausreichenden Materialschuppen im Außenbereich, gutes Essen und ein relativ großes Lager, das wir für uns alleine haben. Lediglich der Zustieg zu den Matratzen durch die Holzluken gestaltet sich etwas abenteuerlich.

 

Der nächste Morgen verspricht traumhaftes Wetter. Die Schneelage ist noch gut hier oben, wir treffen sogar einige Skitourengeher.

Der Weg führt uns vom Taubensteinhaus zunächst nach Westen Richtung Bergstation der Seilbahn, dann südlich, erstmal hinauf zum Taubenstein mit 1692m, den wir über einen drahtseilgesicherten Zustieg erreichen. Nicht gerade der traditionelle Schneeschuh-Gipfel.

Im weiteren Verlauf halten wir uns westlich des Grats, der zum Lempersberg führt. Dieser Bereich ist im Winter als Wildschutzzone ausgewiesen und soll nicht begangen werden.

Nach einer unangenehmen Traverse erreichen wir den Sattel zwischen Kirchstein und Rotwand, passieren hier durch ein Drehkreuz den Weidezaun und halten uns nun ostwärts unterhalb des felsig-steilen Drachenrückens der Rotwand bis zum Schlußanstieg auf ihren höchsten Gipfel. Sie ist mit 1884 m die höchste Erhebung in dieser Region östlich des Spitzingsees. Das Wetter gestattet herrliche Sicht bis in die Zentralalpen. Krähen besuchen uns in der Hoffnung auf Futter.

Im Rotwandhaus (1737m), das wir über Schneebänder an der ziemlich großflächig abgetauten Südseite der Rotwand erreichen, kehren wir kurz ein. Zur Zeit sind hier Übernachtungen wegen Umbaus nicht möglich.

Östlich der Hütte führt uns der Weg weiter durch die steile Nebelrinne, an deren Einstieg sich eine mächtige Schneewächte gebildet hat, hinunter in einen Sattel und von dort aufwärts und am Kamm durch Latschen hinüber zur Auerspitz (1811m). Nach kurzer Pause mit erneutem traumhaften Ausblick in die uns umgebende Bergwelt hatschen wir einen herrlichen Nordhang mit noch ganz guten Schneeverhältnissen hinunter (hier weint das Herz des Skitourengehers wegen der für diesen Moment falschen Wahl der Hilfsmittel an den Füßen), vorbei an den Ruchenköpfen (an denen bereits die ersten Kletterer unterwegs sind), passieren einen Bach oberhalb der Großtiefentalalm (1500m) und steigen auf zum Miesingsattel (1704m). Im Zuge des Gipfelsammelns besteigen wir den nur einen Meter als die Rotwand niedrigeren, jedoch flachen und latschenbewachsenen Hochmiesing (1883m) ohne Gepäck und Schneeschuhe, genießen den vierten Gipfel des Tages und steigen anschließend ab durch das nördlich der Rotwand gelegene schneereiche Tal über die Kleintiefental Alm (1559m) und wieder auf zum Taubensteinhaus. Die jungen Wilden (Christoph und Daniel) erweitern die Gipfelparade und ihr Tourenbuch noch um den Rauhkopf (1689m), während die abgeklärtere Generation den Tag trotz recht niedriger Temperaturen auf der Bank vor der Hütte mit Blick auf Rotwand und Hochmiesing ausklingen lässt.

Der Sonntag zeigt sich etwas trüber und bedeckt. Wir steigen nach Norden ab, teils steil im Wald, bis zur Krottenthaler Alm (1435m); von hier wieder hinauf zum Aiplspitz (1759m). Soweit wir Schnee vorfinden an dieser Südseite benutzen wir die Schneeschuhe, bei Erreichen des felsigen Geländes verpacken wir sie an die Rucksäcke. Der Wind nimmt zu. Beim letzten Aufstieg zum Gipfel packen uns wahrhafte Sturmböen und werfen uns aus dem Gleichgewicht. Die Schneeschuhe wirken wie Segel an den Rucksäcken. Wir überschreiten den Aiplspitz nach Westen und müssen wegen der starken Windböen bald den Grat verlassen und uns einen Weg durch die Latschen in steilem Gelände suchen. Nach ein paar leichten Klettereinlagen und der Umgehung des Tanzeck erreichen wir wieder schneeschuhgeeignetes Gelände. Der Abstieg führt uns über die Schönfeldhütte (1410m) und zuletzt wieder über die Piste zum Vereinsbus.

Eine wunderschöne Tour liegt hinter uns. Lieber Armin, so was darfst Du gerne wieder planen, wir wollen alle wieder mit.