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Klettersteigtour in den Dolomiten

31.08.2011 - 04.09.2011
Autor: Maria Wunram
Tour-Nr.: 2011/37

Am Mittwoch, dem 31.08.2011, um 12:30 Uhr machten wir, Peter Jörg als Tourenleiter, Robert, Wilhelm und ich, die Mary, uns auf in die Dolomiten. Gegen 18 Uhr erreichten wir unsere Pension direkt am Fedaia Stausee, Lagazoui. Das Abendessen war reichhaltig und gut. Danach saßen wir noch zusammen und besprachen unsere erste Tour, den Marmolada Westgrat.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück zum Lift direkt hinterm Haus und dann die ersten 500m nach oben. Vom Lift aus liefen wir bis in die Scharte, wo wir unsere Steigeisen und den Klettergurt anlegten. Über die eisige Scharte liefen wir dann nach oben zum Einstieg des Klettersteigs, dort durften wir dann die Steigeisen wieder abnehmen. Nun ging es über den Westgrat auf 3340m, die Sonne hat sich in dieser Zeit zwar nicht blicken lassen, dementsprechend schlecht war auch die Sicht, aber es hat nicht geregnet. Am Ende des Steigs kam noch ein kurzer Aufstieg ohne Seil und dann war das Gipfelkreuz schon in Sicht. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann über ein Schneefeld in einen kurzen Klettersteig hinab auf den Gletscher. In einer Seilschaft gelangten wir über den Gletscher zurück zum Lift. Die Tour war trotz des Wetters sehr schön und wir würden sie jeder Zeit wieder machen.

Am Stausee wieder angekommen fuhren wir gleich weiter zum Falzarego Pass, wo wir noch am gleichen Tag mit der Seilbahn auf die Rifugio Laga Zoui wollten zum Übernachten. Leider wurde daraus nichts, weil wir in eine Straßensperrung gerieten, die immerhin 15 min. dauerte und wir einen sehr engen Zeitplan hatten.  Also fuhren wir weiter nach St. Casseain, dort übernachteten wir in einem superschönen Hotel. Zum Abendessen gab´s natürlich Pizza!

Freitags haben wir dann gleich die erste Laga Zuoi-Seilbahn genommen, denn wir hatten als zweite Tour die südliche Fanes Spitze auf 2980 m geplant. Bis wir zum Einstieg des Tomaselli-Klettersteigs kamen, hatten wir über eine Stunde Laufzeit über Geröll und an alten Kriegsstellungen vorbei. Der Klettersteig ist als schwierig gekennzeichnet, da er ein paar ausgesetzte Passagen hat, bei denen man richtig hinlangen muss. Der Steig geht über 200 Höhenmeter und hat fast keine Eisen zum Treten, dadurch viel Felskletterei. Das Wetter an diesem Tag war spitze und so hatten wir vom Gipfel aus eine super Sicht auf die Marmolada und den benachbarten Tofane Gipfel. Abgestiegen sind wir über die Rückseite des Gipfels, ebenfalls über einen Klettersteig. Da wir die 200 m zur Seilbahn nicht wieder aufsteigen wollten, sind wir lieber gleich ins Tal zum Parkplatz abgestiegen.

Bevor wir zurück ins Hotel fuhren, haben wir noch eine Kaffeepause am Valparola gemacht, wo wir den Oldtimern beim Vorbeirasen zuschauen konnten. Am Abend haben wir uns dann bei einem 4‑Gänge-Menü im Nachbarhotel für den letzten Tag gestärkt.

Der letzte Tag brach an und wir fuhren übers Grödner-Joch nach Wolkenstein. Im Langental stellten wir unser Auto ab und liefen 15 Min. bis zum Einstig des Stevia- Klettersteigs. Dieser geht über 400 Höhenmeter und die Stevia- Hütte liegt auf 2320 m. Der Steig wurde 2004 eröffnet und ist viel begangen, obwohl er offiziell gesperrt ist. Da Naturschützer der Meinung sind, dass die Vögel beim Brüten gestört werden, hängt das Drahtseil am Einstieg etwas erhöht. Es sind ein paar aushängende Passagen und eine Querung über eine Spalte mit einer Leiter dabei, die den Steig so richtig interessant machen. Ansonsten Felskletterei und zwischendurch  Eisen als Trittsicherung. Oben angekommen hatten wir eine tolle Aussicht ins Tal, weil das Wetter an diesem Tag noch mal super war. Da im Langental an diesem Tag auch ein Gottesdienst statt fand, hatten wir den ganzen Steig über musikalische Begleitung durch Blasmusik und Alphornbläser. Da wir noch zur Stevia- Hütte gegangen sind, hatten wir nach dem Steig noch 200 Höhenmeter vor uns. Auf der Hütte angekommen stießen wir auf die schönen vier Tage an und genossen die tolle Aussicht. Über einen Wanderweg gelangten wir zurück ins Tal und machten uns auf nach Hause, aber wir werden wieder kommen!

Wir waren mit unserem Tourenleiter sehr zufrieden und freuen uns, wenn er uns wieder mit nimmt!

 

Aufstieg Marmolada
Ferrata Tomaselli
Spalten im Abstieg
Einstieg Gletscher
Ferrata Stevia
Ferrata Stevia
Ferrata Tomaselli
Marmolada Panorama
Marmolada-Gletscher