Bergtour mit Klettersteigen an der Sella

17.07.2011 - 21.07.2011
Autor: Sabrina Sommer
Tour-Nr.: 2011/31

Traumhafte Rundtour in den Dolomiten

Tourenleiter: Wolfgang Reichert

Am Sonntag, den 17. Juli brachen wir um 6.00 Uhr früh in Wolfgangs geräumigem Frontera Richtung Italien auf. Ohne Problem erreichten wir nach einigen Stunden Fahrtzeit das Grödner Tal. Am Pordoi-Joch angekommen ließen wir unser Auto dort zurück und starteten in Richtung Franz-Kostner-Hütte. Durch Geröllfelder und leichten Nebel ging es bergauf. Nach dreieinhalb Stunden, in denen der Nebel immer dichter wurde und es leicht nieselte, erreichten wir unsere Unterkunft. Nachdem wir unsere Ausrüstung in den sehr schönen und neuen Lagern verstaut hatten, konnten wir uns an unserer Halbpension stärken und gemütlich den ersten Bergtag ausklingen lassen.

 

Da sich das Wetter über Nacht verschlechterte beschlossen wir am nächsten Morgen nicht wie geplant den Lichtenfelser Steig auf den Piz Boè zu begehen, sondern erst einmal in Richtung Corvara abzusteigen. Je tiefer wir Richtung Tal kamen, desto wärmer und sonniger wurde es. Also beschlossen wir am Val de Mesdi angekommen über dieses zur Pisciadu Hütte aufzusteigen. Nach steilem Aufstieg und einem leichten Klettersteig (Sentiero Attrezzato) in strahlendem Sonnenschein, erreichten wir nach ca. drei Stunden die Hütte, von der man einen fantastischen Blick auf den Pisciadu See und die Cima Pisciadu hatte. Auch in dieser sehr schönen Hütte wurden wir vorzüglich verköstigt und konnten einen angenehmen Aufenthalt genießen. Diesen hatten wir uns nach 13 km und 1000 Höhenmetern auch verdient.

 

Am nächsten Morgen war das Wetter wieder sehr einladend. Wir stiegen von der Hütte auf dem Weg 666 durch das Val Setus ab zum Grödner Joch. Über einen kleinen Klettersteig und ein Schneefeld, das wir queren mussten, erreichten wir nach einem kleinen Gegenaufstieg das Grödner Joch Haus nach eineinhalb Stunden. Nach einer kurzen Pause und dem Beziehen des Quartiers erleichterten wir unsere Rucksäcke um alles Unnötige und begannen mit dem Aufstieg in Richtung Große Cir Spitze. Der Aufstieg bis zum Einstieg des Klettersteiges ging durch steile Geröllfelder. Am Einstieg legten wir unsere Klettersteigausrüstung an und stiegen an Drahtseilen gut gesichert zum Gipfel auf. Auf der Große Cir Spitze (2592 m) genossen wir die Aussicht bei einer Brotzeit.

 

Da ein Teil der Gruppe wie geplant noch den etwas schwierigeren Klettersteig auf die Cir V begehen wollte, stieg diese nach kurzer Pause wieder ab um zur Kleinen Cir Spitze zu wechseln. Auf steilen Wegen, über eine kleine Eisenleiter und immer am Drahtsteil gesichert kam der Gipfel näher. Zum Schluss war noch einige Kraxelei erforderlich. Nach kurzem steilen Abstieg traf sich die Gruppe wieder in Jimmy´s Hütte und genoss bei einem Getränk die letzten Sonnenstrahlen. Beim Abstieg bemerkte man deutlich den sich ankündigenden Wetterumschwung. Bereits beim Abendessen begann es zu regnen und am nächsten Morgen begrüßten uns Nebel, Regen und Schnee.

 

An einen Aufstieg über den Pisciadu Steig (Via Ferrata Tridentina) war nun leider nicht mehr zu denken. Nach dem Frühstück und einigen Beratungen beschlossen wir mit dem Bus zum Pordoi Joch zurückzukehren. In strömendem Regen und Nebel fuhren wir mit dem ersten Bus nach Corvara und mit einem zweiten Bus zu unserem Ausgangspunkt am Pordoi Joch. So haben wir zumindest fast eine komplette „Sella Ronda“ mit dem Auto hinter uns gebracht. Auch am Podoi Joch war das Wetter so schlecht wie am Morgen, also begaben wir uns auf die Heimreise. Am Brenner Pass wurden noch Südtiroler Spezialitäten eingekauft, bevor es über Österreich und den obligatorischen Münchner Stau Richtung Ansbach ging. Um ca. 19.00 Uhr waren wir wieder beim Vereinsheim angekommen. Auch wenn das Wetter sich von seiner schlechten Seite zeigte wird uns die Sella dennoch in guter Erinnerung bleiben.

 

Aufstieg zur Großen Cir-Spitze
Blick von der Pisciadu-Hütte
Klettersteig zur Cir V
Weg zur Franz-Kostner-Hütte