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Bergtour Lechtaler Alpen

29.07.2011 - 31.07.2011
Autor: Frank Gutsch
Tour-Nr.: 2011/33

Ein eher verregneter Juli liegt hinter uns und lange sah es nicht so aus, dass das Wetter noch besser werden sollte. Eine letzte Absprache mit Dietmar, unserem sektionseigenen Wetterpapst, und wir starten unsere Tour in die Lechtaler Alpen. Mit allerlei Sprüchen („ … es gibt kein schlechtes Wetter, nur …“) reden wir uns gegenseitig gut zu und versprühen reichlich Optimismus; bis wir eiskalt ausgebremst werden. Kurz vor Stuben am Arlberg quält sich unser Bus zu mühsamen 40 Stundenkilometern, das Gaspedal am Anschlag zeigt er keinerlei Willen die letzten Kilometer zu überstehen. Wir fahren kurz rechts ran und machen den Motorraum auf. Da stehen wir nun, fünf Mannsbilder, wie das sprichwörtliche Schwein vorm Uhrwerk. Wir gönnen unserem Gefährt eine kurze Pause und starten einen neuen Versuch, er scheint sich gefangen zu haben und so nehmen wir die wenigen Kehren zum Arlbergpass in Angriff, doch kurz vor der Passhöhe das gleiche Spiel wie zuvor.

Mit viel Geduld erreichen wir schließlich St. Jakob und ein Teil der Gruppe beginnt mit dem Aufstieg, während Andy, Dietmar und Raimund nach einer Werkstatt suchen.

Die ersten Höhenmeter ziehen sich durch einen lichten Bergwald, sodass die wenigen Sonnenstrahlen unser Gemüt erwärmen. Nach kurzer Rast an der Putzealp geht es nun weiter zur Leutkircher Hütte (2261 m), nach und nach hat es wieder zugezogen und so überrascht uns kurz vor der Hütte auch noch ein kräftiger Schauer.

Es ist etwa 20.30 Uhr als auch unsere drei „Nachzügler“ pitschnass endlich das gemütliche Innere der Hütte erreichen; mit guten Nachrichten, der Schaden am Bus ist reparabel, allerdings erst am Montag (die Rückfahrt war für Sonntag geplant).

Der nächste Morgen wartet mit reichlich Wolken auf und entsprechend niedrig sind auch die Temperaturen. Langsam ziehen wir die Grasmatten unterhalb des Stanskogel hinauf und erreichen nach gut zwei Stunden und einigem Auf und Ab das Kaiserjochhaus (2310 m). Der Weg hierher war eher anspruchslos, lediglich der viele Regen der letzten Wochen ließ die Wege an manchen Stellen ordentlich aufweichen. Wir genehmigen uns eine kleine Brotzeit und machen uns auf den Weiterweg zur Ansbacher Hütte. Schnell erreichen wir die Kridlonscharte (2371 m), die sich jedoch kurz vor Erreichen in dichte Wolken hüllt und ein unangenehmer Nieselregen über uns ergeht. Doch so schnell wie die Wolken kamen, so schnell waren sie auch wieder weg und gaben einen herrlichen Blick auf den Hintersee und das Lechtal frei. Durch Blockwerk und einige Schutthänge queren wir nun hinüber zur Vorderseespitze und hinauf in das Hinterseejöchl (2482 m). Erneut setzte Regen ein, der sich nun aber deutlich hartnäckiger hält und erst kurz vor der Ansbacher Hütte wieder nachlassen sollte. Keine wirklich guten Voraussetzungen für unseren weiteren Weg. Nach dem steilen Abstieg vom Joch und vorbei am Vordersee, liegt nun der versicherte Theodor-Haas-Weg vor uns. Durch die steile und steinige Südflanke der Vorderseespitze zieht sich dieser in einigem Auf und Ab. Zwar bietet der Theodor-Haas-Weg mit seinen zahlreichen Rinnen und Tobeln immer wieder anspruchsvolle Passagen, so sind diese jedoch mit entsprechender Trittsicherheit und Bergerfahrung auch bei diesem Wetter kaum ein Problem.

Vom anschließenden Alperschonjoch (2301 m) wandern wir nun gemütlich weiter über das Flarschjoch (2464 m) zur Ansbacher Hütte (2376 m).

Am Sonntag wecken uns kräftige Sonnenstrahlen und ein strahlend blauer Himmel. Gut verköstigt verabschieden wir uns von Barbara, Erwin, Conny, Markus und Ida und steigen zur Samspitze (2625 m), dem Hausberg der Ansbacher Hütte, auf. Wir genießen den Ausblick am Gipfel und erfreuen uns an den Temperaturen, die das teils widrige Wetter der Vortage vergessen lassen.

Von der Samspitze geht es nun hinab ins Alperschonjoch und von dort immer entlang des Schnanner Bachs und die gleichnamige Klamm hinunter nach Schnann.

Gemütlich lassen wir bei Kaffee und Kuchen die Tour ausklingen, bevor wir die Heimfahrt antreten.

 

Wie und wann wir bzw. unser Bus wieder nach Ansbach kamen, würde zu viele Zeilen in Anspruch nehmen, aber es sei gesagt, es sind alle gut daheim angekommen.

 

Blick zum Hohen Riffler
Leutkircher Hütte mit Blick zum Hohen Riffler
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unweit vom Kaiserjochhaus
Blick von der Kridlonscharte zum Hintersee
trübe (?) Aussichten am Hinterseejöchl
ein neuer Morgen über der Ansbacher Hütte
am Gipfel der Samspitze
Alperschonjoch mit Hohem Riffler