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Skitour im Martelltal

11.03.2012 - 15.03.2012
Autor: Julian Wolf
Tour-Nr.: 2012/18

wurde zur Skitour ins Stubai

Ursprünglich war diese Skitour ja ins Martelltal mitsamt den dort ansässigen Gipfeln Monte Cevedale und Zufallspitze geplant. Nachdem dort aber mangels Schnee das Skitourengehen recht schwergefallen wäre, hat Wolfgang natürlich einen etwas flacheren aber nicht minder guten (und vor allem schneesicheren) Plan B in der Hinterhand gehabt: Das Tourengebiet um die Amberger Hütte im Stubai.

Ansonsten ging es zu einer durchaus menschlichen Uhrzeit Sonntag Früh um 8.00 Uhr mit dem Sektions-Bus los in Richtung Österreich. An Bord sind Wolfgang als Führer, Elke, Erika, Susi, Franz-Xaver, Jürgen, Helmut, Tilman und ich.

Gegen Mittag stellen wir das Auto in Gries ab und machen uns über den breiten Fahr- und Fußweg auf in Richtung Amberger Hütte (2135m), wo wir dann den Abend bei hervorragendem Essen und Getränken ausklingen lassen. Selbstverständlich haben wir uns zwischenzeitlich auch noch mit unseren Tourenmöglichkeiten für den nächsten und die folgenden Tage auseinandergesetzt. Für Montag ist eine Tour in Richtung Schrankarkogel angesetzt. Das heißt, sieben Uhr Aufstehen, 7.30 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abmarsch.

Näherungsweise pünktlich marschieren wir dann auch von der Hütte los durch die so genannte Sulze (ein sehr langes, nahezu ebenes Stück durch das Tal), in Richtung unseres Zieles. Den Schrankogel links von uns haltend verlassen wir dann die Sulze in einen Seitenarm des Tales welcher uns direkt auf den Gletscher und auch zum Schrankarkogel bringt. Am Gletscher angekommen seilen wir uns am Seil an (wobei ich feststellen darf, dass es manchmal gar nicht verkehrt wäre, bis 10 zählen zu können) und gehen anschließend begleitet von starken Windböen linker Hand auf eine schneebedeckte Erhebung, welche schlussendlich auch unser Tagesziel ist, zu. Der namenlose Buckel befindet sich ziemlich genau zwischen Schrankogel und Schrankarkogel. Es folgt eine Abfahrt durch gemischten Schnee, mal mehr Bruchharsch, mal weniger. Unten angekommen fahren/laufen/schieben/plagen wir uns durch die gefühlt endlose Sulze zurück auf die Hütte und lassen den Abend ausklingen (Details erspare ich mir an dieser Stelle und auch an den nachfolgenden Tagen, im Grunde war das Essen immer hervorragend und was zu trinken haben wir auch bekommen). Für den nächsten Tag planen wir die Kuhscheibe (3189m), heißt wieder 7 Uhr Frühstück, 8 Uhr Abmarsch.

Dienstag Früh trifft uns der Schlag: Tilman, Helmut, Jürgen, Franz-Xaver und ich schlafen mehr oder minder tief und fest in den schmalen Betten unseres Lagers als uns Wolfgang, angezogen in der Tür stehend, deutlich und laut darauf hinweist, dass es bereits halb acht ist und wir zack zack aus den Federn kommen sollten. Im Nachhinein war er weniger verärgert als wir erschrocken und peinlich berührt, aber der Schreck sitzt doch erst Mal in den Knochen. Schnellstmöglich also raus, fertig machen, Frühstücken (der Rest hat das alles schon hinter sich oder sitzt noch gemütlich am Tisch), und dann geht’s schließlich mit einer halben Stunde Verspätung los. Da die Kuhscheibe aber nicht allzu weit weg ist, können wir uns das zum Glück auch leisten (vermutlich der einzige Grund warum Wolfgang das Ganze relativ gelassen sieht). Bei schönem Wetter, Sonnenschein und, verglichen mit dem Vortag, Windstille machen wir uns also auf zu unserem Tagesziel. Über einen kurzen Grat geht’s für uns dann auf den Gipfel, von wo aus man einen wunderbaren Blick über etliche umliegende Gipfel hat, die Wolfgang natürlich auch namentlich aufzuzählen weiß. Kurz Fotos machen – und dann wieder hinunter. Nach einer ausgedehnten Mittagspause und mehr oder weniger gutem Schnee in den Abfahrtshängen erreichen wir am frühen Nachmittag dann wieder die Hütte und können gerade noch die letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse genießen.

Für Mittwoch steht der  hintere Daunkopf (3225m) auf der Tagesordnung. Auffällig ist in der Früh die Unruhe die bereits ab 6.30 Uhr in unserer Kammer Einzug hält, offensichtlich will heute niemand verschlafen, was letzten Endes auch klappt und wir so wieder pünktlich gegen 8 Uhr von der Hütte loskommen. Durch ein wunderschönes, verstecktes Seitental führen uns tolle Hänge auf den, zumindest von unserer Seite, gänzlich mit Skiern begehbaren Gipfel. Same procedure as every day: Fotos, Pause, Fotos, Skier wieder anschnallen, Abfahren, anschließend Terrasse, Sonne, Bier, und so weiter. Auf jeden Fall ein echt schöner Gipfel und eine lohnende Tour!

Da Donnerstag noch die Heimreise ansteht und wir nicht zu spät daheim sein wollen ist heute keine allzu große Tour angedacht. Wir entschließen uns dazu, einfach ein bisschen in Richtung Kuhscheibe zu laufen, den ein oder anderen schönen Hang mitzunehmen und dann Mittags ins Tal abzufahren. Gesagt getan – und  so einen astreinen Pulverschnee wie da haben wir die ganzen Tage nicht erlebt. Auf dem Weg zurück ins Tal essen wir noch einen kleinen Happen, packen das hier zurückgebliebene Material ein und fahren dann den planierten Fahrweg ab.

Alles in allem war es eine echt tolle Tour, die denke ich auch jedem Spaß gemacht hat. Danke an Wolfgang fürs Führen, und allen zusammen für die schönen Tage.

am Hinteren Daunkopf
Anstieg zum Schrankarkogel
auf die schöne Tour
bergwärts wir ziehn
bitte Gebläse abstellen
geht so
ohne Worte
Schrankogel
Stubaier Skigebiet mit Zuckerhütl
unterhalb der Kuhscheibe