Alpinkletterkurs - rund um die Hermann-von-Barth-Hütte

01.07.2012 - 04.07.2012
Autor: Peter Jörg
Tour-Nr.: 2012/10

am Ende gleich sauber gewaschen in den Bus...

Nach einem Jahr Pause und zahlreichen Anfragen war es selbstverständlich, wieder einen Ausbildungskurs anzubieten.

Unser Anreisetag, Sonntag, der 01.07., war sonnig mit anstehenden Wärmegewittern am Nachmittag. Durch die frühe Abfahrt um 6 Uhr vom Vereinsheim konnten wir bereits um ca. 10 Uhr unseren Aufstieg von dem Ort Elbigenalp im Lechtal starten. Nach der halben Stecke befreiten wir uns von den schweren Rucksäcken, die wir in der Materialseilbahn verstauten.

Um die Mittagszeit kamen wir auf der Hermann-von-Barth-Hütte auf 2131 m an. Das Hüttenehepaar Harald und Marion freuten sich wieder über unser Kommen, natürlich auch auf die 10 eingeschweißten Ansbacher “Brodwerschd“, die ich traditionell im Gepäck hatte.

Nach einer kurzen Pause zogen wir los in einen nahe gelegenen Klettergarten. Knotenkunde, Standplatzbau und erste kurze Klettertouren standen auf dem Programm, das wir um 18 Uhr beendeten. Das Abendessen wartete bereits.

Am nächsten Tag begannen wir mit der ersten Mehrseillängentour. Durch die gut angelegten Routen konnten immer zwei Seilschaften nebeneinander klettern. An der Gipfelroute vereinten wir uns wieder. Die sehr luftigen Seillängen in Richtung Gipfelkreuz forderten volle Konzentration. Ein schnell anziehendes Gewitter von der anderen Bergseite überraschte uns. So ließen wir das Gipfelkreuz aus und traten den Rückzug an. Eine im Abstieg ausgesetzte Querung kann bei schlechtem Wetter zum Problem werden. Petrus meinte es jedoch gut mit uns. Der Schauer drehte ab und so wurden wir nur angefeuchtet. Die anstehende Abseilroute, zwei Seillängen von jeweils 45 und 40 m, war für manchen nochmal eine Herausforderung. Auch wenn das Gipfelkreuz fehlte, kehrten wir zufrieden zur Hütte zurück.

Am Morgen des dritten Tages lagen schon morgens dichte Wolken um die Hütte. In Kletterrouten einzusteigen machte wenig Sinn. So beschlossen wir, die nahegelegene Marchspitze über den Südgrat zu besteigen. Zunächst ging´s den Wanderweg in Richtung Kemptner Hütte. Vor dem Aufstieg zum Schafschartl bogen wir nach rechts ab. Zuerst spurten wir durch große Altschneefelder, steil ansteigend, in die Scharte des Südgrates. Da lag der Grat vor uns, wild und ausgesetzt. Die ersten Meter waren sehr brüchig und so rief ich meine Truppe mehrmals zur vollen Konzentration auf. Im weiteren Gratverlauf wurde der Fels aber fester. Ein großer Turm in der Mitte des Grates schien uns den Weg zu versperren. Von diesem kann man sich abseilen oder ihn westseitig sehr luftig umklettern. Wir entschieden uns aus Zeitgründen für diesen Weg. Weiter ging´s und wir kletterten konzentriert bis zum Gipfelkreuz. Die Freude war bei allen riesig, als wir auf 2610 m standen. Für diese Tour darf ein sicheres Bewegen im II. Schwierigkeitsgrad kein Problem sein, das bei einer Alpinkletterausbildung nicht fehlen sollte. Der Abstieg in dichten Wolken machte uns bei der Routenfindung einige Probleme, die Spielerscharte zu finden. Über ein steiles Schneefeld gelangten wir wieder auf den Wanderweg. In leicht erhöhtem Tempo setzten wir uns in Richtung Hütte in Bewegung, wieder mal den Regen im Nacken.

Unser letzter Tag war wettertechnisch wieder besser. Wir teilten diesmal die Gruppe und stiegen gegenüberliegend in zwei Routen ein. Die anfangs noch etwas nassen Routen machten bei den Seilschaften auf der Schattenseite des Berges einige Probleme. Im weiteren Routenverlauf wurde es aber trockener. Wie abgestimmt trafen wir uns am Gipfelgrat und stiegen gemeinsam ab.

An der Hütte packten wir unsere Sachen zusammen, verstauten sie im Materiallift und eilten in Richtung Tal. Ein Gewitter kam ja wieder.....

Sauber gewaschen erreichten wir den Parkplatz. Wenn's im Bus mal nicht stinkt, ist es auch nicht schlecht. Schön war's wieder.

Standplatzbau
Ausbildung Klemmgeräte
Julian im Nachstieg
Hanne am Gipfelgrat
Bernd in der Abseilroute
Abseilen am Grat