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Bergtour im südlichen Karwendel

21.09.2012 - 23.09.2012
Autor: Axel Zwiener
Tour-Nr.: 2012/41

auch im Notlager gibt´s ein Luxus-Schlafquartier!

Freitag:

Wie sich später herausstellte war es eine gute Fügung, dass wir zwei Stunden früher als vorgesehen, schon um 11:00 Uhr vom Vereinsheim in Ansbach starten konnten. Sicher und flott steuerte uns Armin im Vereinsbus den Bergen entgegen. Wider Erwarten haben wir die Dauerbaustelle im Zuge der A9 zwischen Neufahrn und Allershausen ohne Stau passieren können. Nach einem kurzen Boxenstopp an der Raststätte Holledau ging es zügig weiter über das Inntaldreieck Richtung Innsbruck. Bereits um 14:50 Uhr hatten wir den nördlichen Ortsrand von Absam am Eingang zum Halltal erreicht. Mit großen Augen stellten wir fest, dass die asphaltierte Forststraße bis zum Parkplatz 4, nahe dem ehemaligen Kloster St. Magdalena, wegen des Abganges einer riesigen Mure bereits seit Jahresbeginn gesperrt ist. Leider war dies in der Beschreibung des Zustiegs zur Pfeishütte, zu der wir heute noch wollten, nicht vermerkt. Also den sehr schön angelegten Parkplatz 1 (775 m ü.NN) ansteuern und Rücksäcke auf und los! Mittlerweilen war es 15:10 Uhr und ein bis eineinhalb Stunden Fußweg mehr, waren nun für die rund 1700 hm einzuplanen. Bereits um 16:30 hatten wir über den sogenannten „Fluchtweg“ St. Magdalena erreicht und uns eine kleine Rast gegönnt. Zügig ging es weiter und nachdem noch mindestens 3 Std. bis zur Pfeishütte vor uns lagen, hatten sich Anja und Gerhard bereit erklärt, die Vorhut zu bilden um dem Hüttenwirt unsere verspätete Ankunft so früh wie möglich mitzuteilen. Als wir das etwa 86% steile Hafelekar zum Stempeljoch erreichten wurde es schon langsam dämmrig und frisch. Teilweise war der Pfad mit der Nummer 221 durch das Kar verschüttet, so dass man sehr aufmerksam sein musste, um nicht im Geröllfeld oder weiter oben auf den vereisten Trittstufen abzurutschen. Etwa um 18:20 Uhr hatten die ersten das Stempeljoch (2.215 m ü.N.N.) erreicht und um 20:00 Uhr war dann die Gruppe vollständig bei der sehr gut belegten Pfeishütte (1.950 m ü.N.N.) angekommen. Nach einem schönen Abend in der gemütlichen Hütte bot sich dann für Freunde von Schnarchkonzerten eine eindrucksvolle Nacht.

 

Samstag:

Gestärkt an einem reichhaltigen Frühstücksbuffet ging es dann um 08:30 Uhr wieder hinauf zum Stempeljoch mit dem Ziel Bettelwurfhütte. Zum Glück war der nächtliche Regen nicht zu Eis gefroren, sondern hatte die Schneereste im Kar weggespült.

Das Wetter schwankte zwischen leichten Schauern und kurzfristigen Aufklärungen. Auf dem Weg zum Lafatscher Joch (2.080 m ü.N.N.) konnten wir auf der gegenüberliegenden Bergflanke der Pfeiserspitze unseren gestrigen Anstieg zum Stempeljoch bewundern. Der Weg schnurstracks zur Bettelwurfhütte wäre dann doch ein bisschen wenig Herausforderung gewesen. Als kleine Zugabe haben wir uns den Gipfel der Speckkarspitze (2.621 m ü.N.N.) vorgenommen. Dunkle rasch herziehende Wolken ließen kein langes Gipfelglück zu. Der bequeme Weg zur Bettelwurfhütte, die man früh zu Gesicht bekam, gestaltete sich als langer Hatsch, der aber schöne Tiefblicke ins Inntal ermöglichte. Ziemlich entspannt haben wir kurz vor 16:00 Uhr die Hütte erreicht. Der Bezug des Notlagers stellte sich als Glücksfall heraus. Matratzenbreite 80 cm! Wir unter uns und nahezu Totenstille unter dem Gebälk. Nur einmal… aber das ist eine andere Geschichte.

 

Sonntag:

Nach einem gemütlichen Hüttenabend und einer ruhigen Nacht versprach der kommende Tag auch wettermäßig sehr schön zu werden. Der Kaffee in den großen Humpen war nicht nur reichlich sondern auch im Geschmack vorzüglich, da konnte nichts mehr schief gehen. Um 07:40 Uhr ging es dann hinauf zum großen Bettelwurf, dessen Spitze wir bei strahlendem Sonnenschein um halb zehn erreichten. Hier haben wir uns eine halbstündige Rast mit traumhaftem Fernblick gegönnt. Der Rückweg führte uns zurück zur Bettelwurfhütte, in der wir nicht benötigtes Gepäck deponiert hatten. Zeit zum Mittagessen und Genießen auf der Sonnenterrasse. Der Abstieg erfordert die volle Aufmerksamkeit und bot für einige rasante Abwärtsfahrten in Geröllfeldern. Um kurz nach drei haben wir dann den Parkplatz erreicht und uns noch eine Abkühlung für die Füße im dortigen Kneippbad gegönnt. Mit einigen Staus, aber rascher als befürchtet konnten wir die Nadelöhre des Verkehrs passieren und sind wohlbehalten um 20:30 Uhr am Vereinsheim angekommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen es war eine sehr schöne, teils recht anstrengende Tour mit einer tollen Gruppe. Vielen Dank an unseren Bergführer Armin der seine Sache sehr gut gemacht hat und nicht zuletzt auch an den zuverlässigen Zweitfahrer Walter!

 

Hafelekar mit Stempeljoch
Speckkarspitze
Frühstück auf der Bettelwurfhütte
Bettelwurfhütte
Aufstieg auf den Großen Bettelwurf
...immer noch Aufstieg auf den Bettelwurf
geschafft! auf dem Gipfel des Großen Bettelwurfs