Alpine Wanderung rund um die Steibis-Hütte

28.09.2012 - 30.09.2012
Autor: Barbara Medek
Tour-Nr.: 2012/43

Vermutlich war Hermann Hesse in den Bergen unterwegs, als ihm die Zeilen zu seinem Gedicht „Im Nebel“ einfielen…

Bei unserer Ankunft in Steibis am Freitag und nachdem alle Teilnehmer in der hiesigen Käserei fleißig Allgäuer Butter und Käse eingekauft hatten, strahlte die Sonne auf die Ansbacher Hütte und die Temperaturen waren angenehm. Also brachen wir zu einem Spaziergang auf den Imberg-Gipfel auf, um - in dem Wissen- dass es vermutlich die letzte Gelegenheit an diesem Wochenende sein würde, die abendlichen Sonnenstrahlen zu genießen.

Zu diesem Zeitpunkt war noch schwer vorstellbar, dass das Wetter am nächsten Tag wirklich schlecht werden sollte. Johannes Lechner, unser Wanderleiter, erkannte jedoch bereits an den Wolken, dass der Wetterbericht Recht behalten sollte.

Jedoch stirbt die Hoffnung zuletzt und als wir am Samstag zeitig zur ersten Tour aufbrachen, sah es auch zunächst so aus als würde das Wetter mitspielen.

Zwar schien die Sonne nicht mehr, aber als wir uns in Richtung Hoher Häderich (1565 m) aufmachten, hatten wir durchaus noch eine weite Sicht und konnten den Ausblick auf den Bodensee und das dahinter liegende Bergpanorama nahezu uneingeschränkt genießen.

Mittag auf der Almhütte des Hohen Häderich angekommen, in der wir eine Stärkung zu uns nahmen, kam dann der befürchtete Wetterumschwung und rasch zog Nebel auf, sodass die Sicht erstmal dahin war.

Unser weiterer Weg führte uns über einen Grat, der teilweise mit Seilen gesichert war, zum Falken.

Trotz des Regens, der zwischenzeitlich eingesetzt hatte, und der den Untergrund rutschig machte, und trotz unterschiedlichster konditioneller Voraussetzungen (die Teilnehmer waren von erfahren bis unerfahren, von Mitte zwanzig bis Mitte siebzig) meisterten wir diese Stellen alle mit Bravour.

Nach einer weiteren Stunde Wanderung und mit viel Schlamm und Lehm an Kleidung und Schuhen, vor einer geplanten Kaffee-Pause im Falkenhaus, wurde der Nebel so dicht, dass kaum mehr etwas zu sehen war, weswegen wir nach unserer Einkehr beschlossen, die Bergwanderung zugunsten einer asphaltierten Straße als Rückweg abzubrechen.

Erschöpft und nass, aber durchaus zufrieden kamen wir in der Ansbacher Hütte an und wussten eine heiße Dusche ganz besonders zu schätzen! Als Belohnung gab es dann abends eine deftige Mahlzeit im gegenüber der Ansbacher Hütte liegenden Imberg-Haus, anschließend ließen wir den Abend bei diesem Wetter auf der Hütte natürlich besonders gemütlich und durchaus gesellig ausklingen.

Am nächsten Tag hatte der Regen nachgelassen, was man vom Nebel leider nicht behaupten konnte. Das hielt uns jedoch nicht ab uns die „Panoramarunde“ Prodel-Dennenberg (ca. 1400 m) vorzunehmen, das Panorama war selbstverständlich eher trüber Natur.

Die Wanderung war nicht allzu schwer und gab somit, während des Laufens, Gelegenheit zu interessanten, generationenübergreifenden Gesprächen.

Durch den Regen der letzten 24 Stunden war der Untergrund teilweise aufgeweicht und der Nebel am Gipfel sehr dicht, wodurch Johannes wieder gut zu tun hatte, die doch recht große Gruppe zusammenzuhalten, was ihm an beiden Tagen, trotz erschwerter Bedingungen, sehr gut gelungen ist.

Nach ca. 4 Stunden hatten wir dann die Sonntags-Tour geschafft und brachen wieder gen Ansbach auf.

Alles in allem waren es trotz des eher bescheidenen Wetters schöne Tage in den Bergen, mit neuen Erfahrungen in einer harmonischen Gruppe.

Regenjacke war nötig!
Blick vom Imberg-Gipfel
Johannes (rechts) mit seiner Truppe
Gruppenbild im Nebel
abendliche Stärkung in der Steibis-Hütte