Leichte Hochtour in den Ötztaler Alpen

10.08.2012 - 12.08.2012
Autor: Walter Sept
Tour-Nr.: 2012/38

oder die erfolgreiche Suche nach dem Schlappendieb

 

Ötztaler Alpen, Fineilspitze und Ötzi-Fundstelle

 

Um 6 Uhr früh starteten wir froh gelaunt und voller Erwartungen am Vereinsheim Richtung Vent im Ötztal. Nach 5 1/2 Stunden ruhiger Anreise, mit Zwischenstopp und Guten-Morgen-Kaffee am Rasthof Allgäuer Tor, erreichten wir kurz vor Mittag den Parkplatz am Ortseingang von Vent. Gegen 12 Uhr hatten alle Tourenteilnehmer das „Umkleiden" und Fertigpacken des Rucksacks abgeschlossen. Für das Tragen des Seiles fand sich auch sehr schnell ein „Freiwilliger", unser neues Mitglied Christoph. Der leichte Anstieg zur Martin-Busch Hütte begann bei sonnigem und leicht windigem Wetter.

 

Um 15 Uhr erreichten wir die Hütte und bezogen sofort unsere Zimmerlager. Nach dem ersten Einrichten entschieden sich alle zur Kaffeepause. Es gab leckeren Apfelstrudel. Die Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit dem Einstellen unserer Anseilgurte und Steigeisen für die Tour über den Gletscher am nächsten Tag.

 

2. Tag: Aufstehen 6 Uhr und nach dem Frühstück Abmarsch. Der Tag versprach wettermäßig sehr gut zu werden. Blauer Himmel und gigantische Fernsicht sollten uns am Gipfel noch erwarten.

 

Beim langen Anstieg zum Hauslabjoch fanden wir den Gletscher, der von Gerhard beschrieben worden war, nicht mehr vor. Er war bis auf einige kleine Schneereste komplett abgeschmolzen und so konnten unsere Steigeisen am Rucksack bleiben. Auf der anderen Seite des Hauslabjochs querten wir ohne Probleme ein spaltenfreies, aperes Gletscherstück.

 

Vor dem letzten Anstieg über den NO-Grat (Schwierigkeit I-II) zur Fineilspitze, 3516 m, deponierten wir die Rucksäcke. Am Gipfel angekommen bot sich uns eine grandiose Rundsicht über die Ötztaler Gletscherwelt und deren Gipfel sowie tiefe Blicke ins Vinschgau und zur Ortlergruppe. Beim Abstieg ging es zunächst zur Ötzi-Fundstelle, 3276 m, wo wir eine ausgiebigere Pause einlegten. Hier herrschte ein reger Touristenverkehr. Der weitere Weg zur Similaunhütte war wesentlich länger als von uns gedacht und wollte nicht enden: Aufstieg-Abstieg-Aufstieg-Abstieg und die Hütte war immer noch nicht zu sehen. Dort angekommen (es war bereits später Nachmittag) beschlossen wir kurzfristig, auf eine Kaffeepause zu verzichten. Nur trinken und dann weiter zurück zur Martin-Busch-Hütte. Ankunft ca.18:30 Uhr, die Hütte war voll, die Gaststube bis auf den letzten Platz besetzt. Im Schuhraum hatte Walter am Morgen seine Hüttenschuhe zurückgelassen, die waren nun weg. Es begann die Suche nach dem „Schlappendieb". Der Gast, der sie ausgeliehen hatte fand sich nach einiger Zeit. Ein erlebnisreicher Tag klang bei gutem Essen, Wein und Bier aus.

 

3. Tag: Wir packten unsere Rucksäcke für den letzten Gipfel. Nicht benötigtes Gepäck ließen wir auf der Hütte zurück. Gerhard ging mit zügigem Schritt los und wir hatten Mühe, dem stark ansteigenden Weg als Gruppe zu folgen. Nach 2 3/4 Stunden standen wir auf der Kreuzspitze, 3455 m. Der Ausblick war noch überwältigender als am Vortag. Wir waren uns trotz der Strapazen einig: gut, dass wir den Gipfel noch gemacht haben. Jeder genoss die Rundumsicht auf seine Weise, grandioses Bergpanorama mit viel Sonne und einzelnen Schleierwolken. Nach unserem ebenso zügigen Abstieg auf der Martin-Busch Hütte angekommen, packten wir unsere Rucksäcke wieder voll. Einige Kameraden hatten den Eindruck, dass sie mehr Gewicht dabei hätten als beim Aufstieg. Das Mittagessen nahmen wir auf der Hüttenterrasse bei strahlendem Sonnenschein ein. Der Rückweg ins Tal war begleitet von Gesprächen über die letzten Tage und frühere Touren unserer AV-Sektion. In Vent angekommen, steuerte ein Teil der Gruppe geradewegs in das Lebensmittelgeschäft im Ort, um sich als Belohnung ein Eis zu gönnen. Nach der Rückfahrt über den Fernpass erreichten wir gegen 21 Uhr gut gelaunt und etwas erschöpft den Hof des DAV-Heimes in Ansbach.

 

Danke Gerhard, die Tour war super, die Bilder sind der Beweis.

 

Fazit: Eine tolle Tour mit hervorragenden Verhältnissen und einer super Truppe.

 

Dankeschön allen Teilnehmern für die gute Kameradschaft.

 

Autor: Walter Sept

 

Aufbruch auf der Martin-Busch-Hütte
an der Ötzi-Fundstelle
Zustieg zum Hauslabjoch
Hauslabjoch mit Blick zur Fineilspitze
Walter auf dem Gipfelgrat zur Fineilspitze
auf dem Rückweg von der Martin-Busch-Hütte
gemütlicher Abend auf der Hütte mit stärkenden Getränken
Zustieg zur Kreuzspitze
geschafft! Auf dem Gipfel der Kreuzspitze
Blick auf die Fineilspitze von der Kreuzspitze aus