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MTB-Tour im Salzkammergut

12.06.2013 - 16.06.2013
Autor: Roland Döllinger
Tour-Nr.: 2013/38

Immer mit dabei: ein leicht bekleideter Pathologe...

5 Tage, 244 km, 6536 Höhenmeter - Dies sind die nackten Zahlen, welche die Mountainbike-Tour durch das Salzkammergut benennen. Klein aber fein – so lässt sich die Truppe beschreiben, welche sich am Samstag, dem 12. Juni 2013 auf den Weg nach Österreich machte. Organisator und Tourguide Günter Wolf, Ronald Berndt, Michael Schneider, Dietmar Weiß und Roland Döllinger. Nach den starken Regenfällen im Vorfeld musste man schon bangen, ob diese Tour überhaupt stattfinden kann. Dann pünktlich zu Tourbeginn zeigte sich die Sonne und begleitete uns fast auf der gesamten Strecke.

1. Tag – Von Bad Ischl zum Grundlsee

Um 12 Uhr in Bad Ischl angekommen hieß es die Räder ausladen, Bikecheck und anschließend erst über Asphalt, dann Schotter entlang des Rettenbachs hinauf zum Joch, anschließend vorbei am Altausee zu unserer ersten Übernachtung am Grundlsee. Die Strecke war gespickt mit einigen schönen Trailpassagen, welche uns gleich zu Beginn der Tour wieder frohlocken ließen. Die 1. Unterkunft – ein Gasthof direkt am Ufer des Grundlsees ließ das ein oder andere Etappenbier bei traumhafter Abendstimmung auf der Terrasse zu.

2. Tag - Grundlsee zur Ritzinger Hütte

Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem Packen der Rucksäcke pedalierten wir auf der Südseite des Grundlsees empor, dann hinab nach Bad Mitterndorf und den Salzastausee entlang. Die anspruchsvollste wie auch landschaftlich schönste Passage dieses Tages war die anschließende Fahrt durch die „Öfen“. Eine bizarre Felsformation zwischen der es mit bis zu 20 % Steigung nach oben ging. Diese anspruchsvolle Passage wurde zur frühen Nachmittagszeit bei Temparaturen um 30 Grad Celsius bewältigt, was alle Teilnehmer ordentlich schwitzen ließ. Trotz dieser Bedingungen erreichten wir das Etappenziel dieses Tages nach gut einer Stunde. Um ca. 17 Uhr kamen wir dann auf der wunderschönen Ritzinger Hütte an. Ein wahres Kleinod inmitten des Salzkammerguts. Dort korrigierten wir alle zuerst einmal unseren Wasserhaushalt, welcher auf dieser Tour mächtig zu leiden hatte. Die Sennerin, welche die Hütte alleine bewirtschaftet, hatte neben sehr schmackhaftem Essen (alle gemeinsam aus einer Pfanne) und selbstgebranntem Feuerwasser (mehrere Sorten) auch eine Menge interessanter Geschichten und Wissenswertes zu erzählen. Ein sehr kurzweiliger Abend, bevor wir uns alle ins nahegelegene gemeinsame Schlafgemach (umgebaute Scheune) aufmachten.

3. Tag - Ritzinger Hütte - Gosau See

Zeitiger Aufbruch war angesagt, um die Königsetappe an diesem dritten Tag bei Tageslicht zu meistern. Auf wunderbaren Trails ging es von der Ritzinger Hütte wieder hinab zum Salzastausee. Von dort Richtung Westen vorbei am Ödensee, Bad Aussee, ein Stück den Hallstätter See entlang und anschließend steil die Pass Gschütt Straße hinauf. Ein sehr langer steiler Anstieg entlang eines Wildwasserbachs mit vielen tosenden Wasserfällen und Gumpen. Der Blick zurück schweift dann aus beachtlicher Höhe auf den Hallstätter See, welcher türkis in der Nachmittagssonne schimmert. Ganz oben angekommen ging es dann über flowige Trails hinab zum vorderen Gosauer See und anschließend nach Gosau, wo wir unser Nachtlager in einem schönen Gasthof bezogen.

4. Tag - Gosauer See zur Lambacher Hütte

Der vierte Tourtag führte uns wieder zurück zum Hallstätter See, von dort ging es in vielen Serpentinen hinauf zur Raschberghütte. Nach einer ausgiebigen Rast mit Blick auf den Dachstein Gletscher wurde der Aufstieg auf die Lamberger Hütte in Angriff genommen. Dieser konnte zu Beginn noch gefahren werden. Etwas später mussten einige umgestürzte Bäume die Räder hebend überwunden und tragend der steile Endanstieg über Felsen hinauf zum Etappenziel unternommen werden. Das Etappenbier auf der schönen Alpenvereinshütte schmeckte bei knapp 30 Grad in der Sonne vorzüglich. Der junge Hüttenwirt bereitete uns später auf der Selbstversorgerhütte eine wunderbare Mahlzeit. Gesellschaft hatten wir am Abend von ca. 20 jungen Alpinisten, welche am nächsten Tag mit Säge und Sense die Wanderwege um die Hütte von der Natur befreiten.

5. Tag - Lamberger Hütte nach Bad Ischl

Nach einer lauten Nacht im Matratzenlager und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns zuerst wieder tragend, später fahrend auf den Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt vor 5 Tagen. Highlight an diesem Tag war ein überragender Trail, welcher sich zuletzt in die „Ewige Wand“ mündete und dort durch in den Fels gehauenen Tunnel führte. Ein grandioser Abschluss für diese wunderbare Tour.

Fazit: Günter bewies wieder mal ein Händchen. Das Salzkammergut hat landschaftlich einiges zu bieten. Viele Seen, unterschiedliche Bergformationen nicht unähnlich der Dolomiten. Besonders die Freundlichkeit der dort lebenden Menschen ist wirklich ansteckend. Und nicht zuletzt die guten und fahrbaren Trails auf den ganzen Strecke welche Günter zielsicher zu finden und zu fahren wusste. Einfach Klasse.

Die Ritzinger Hütte
Von links: Günter, Dietmar, Ronald, Michael und Roland
Aufstieg zur Lamberger Hütte
Auffahrt durch die Ewige Wand
Durch die Ewige Wand
Abstieg von der Lamberger Hütte
Felsentunnel auf dem Weg zum Gundelsee