Felsgrundkurs in der Hersbrucker Schweiz

15.06.2013 - 16.06.2013
Autor: Ilona Kleinhenz
Tour-Nr.: 2013/14

Flaschenzugbau und Fixseilgehen gelernt

Flaschenzug: an zwei Theorieabenden übten insgesamt 15 Teilnehmer unter Anleitung von Alexander Härtlein und Sascha Enser u.a. den Bau eines Flaschenzuges, bei dem im Hof des Vereinsheims sogar tonnenschwere Pkw in Bewegung gebracht wurden. 

Erlebnis: das ist der Kurs in jeder Hinsicht, denn für alle, „die den Schritt vom Bergwandern zu alpinen Touren gehen wollen“ ist der Kurs ein Muss: erlebnis- und lehrreich!

Leitung: mit viel Geduld, Humor  und sehr anschaulich haben uns Alexander Härtlein und Sascha Enser die verschiedensten Techniken, Tricks und Tipps für alpine Touren vermittelt. Danke für gar nicht mal so „trockene Theorie“ und vor allem für ein ganz tolles, lehrreiches Praxiswochenende!

Standplatzbau: eines der vielen Basics, die wir in Theorie und Praxis oft anwenden konnten. Die Standplätze an der Mittelbergwand im Norissteig richtete allerdings Alex für uns ein, damit wir gleich am Samstag früh mit dem „Prusiken“ loslegen konnten…

Grillabend: nach einem schönen, sonnigen Tag draußen kamen wir nach den vielen Aktionen mit großem Hunger in unserer empfehlenswerten Unterkunft bei Manfred und seinem Team an (www.berg-skiteam.de) und wurden dort mit leckerem Grillgut verwöhnt. 

Reepschnüre: in allen erdenklichen Längen (60-400cm) und Farben (knallorange oder unauffälliges grün)  hatten wir sie dabei, für Prusikknoten, Fußschlingen, Degengriffe, etc.

Rauf und Runter: wer am Gipfelkreuz war, muss auch wieder runter, z.B. per Abseilen von der Mittelbergwand, das Highlight am zweiten Kurstag für alle Teilnehmer.

Umlenkung: die war wichtig beim Flaschenzug. Je schwerer der „Brocken“, der hochzuziehen ist, umso mehr Umlenkungen kann man einbauen…Laut Alex besteht die klassische Zweierseilschaft ja aus einem 100-Kilo-Mann und der nur halb so schweren Frau. Natürlich stürzt ausgerechnet der Mann in die Tiefe und kann nur per Flaschenzug von der Frau geborgen werden…

Nette Gruppe: die Theorieübungen machten die beiden Gruppen gemeinsam, alles in sehr netter Atmosphäre. Für den Praxisteil kann ich nur vom ersten Termin sprechen: wir hatten viel Spaß zusammen, es war eine sehr harmonische Truppe, gerne wieder!

Degengriff: nein, so dramatisch wie es klingt, war es nicht. Wir haben nicht miteinander gekämpft (wenn dann eher mit dem einen bemoosten Felsen), sondern das Gehen am Fixseil mit dem sogenannten Degengriff geübt.

Knotenkunde: ob Anker- oder Sackstich, ob Prusik-, Schleifknoten oder Halbmastwurf – man kann sie nicht oft genug üben, auch wenn manchmal der Knoten zuerst im Hirn zu sitzen scheint…Es gilt wieder mal: Übung macht den Meister! 

Unterkunft: kein Matratzenlager, sondern Doppel- oder Dreierzimmer erwarteten uns in unserer wunderschön gelegenen Unterkunft mit leckerem Abendessen und Frühstück…

Richtung Nordosten muss man fahren, um von AN aus ins wunderschöne Hirschbachtal in der Fränkischen Schweiz zu gelangen. Mit nur knapp 100km Entfernung schnell erreicht.

Richtig lustig war folgender Dialog von zwei Teilnehmern, die von unten aus die „Abseiler“ bzw. zuerst deren Allerwertesten herunterkommen sahen: „Das ist doch der K……, oder?“ – „Nee, den Arsch kenn ich, des is mein Mann!“  ;-)

So: das war der Bericht zum Felsgrundkurs 2013. Fazit: unbedingt mitmachen, der nächste Kurs kommt bestimmt…