Klettersteige / Alpine Bergtour im Wilden Kaiser

13.09.2013 - 15.09.2013
Autor: Thomas Goldbach
Tour-Nr.: 2013/50

Wir kommen wieder - keine Frage (aber hoffentlich ohne Regen!)

Klettersteige /alpine Bergtour im Wilden Kaiser,

so war der Titel der Tour, die Gerhard geplant hatte.

Da wir bereits im Vorjahr die Tour wegen schlechten Wetters abgebrochen hatten, war ich diesmal wieder mit von der Partie.

Je näher der Termin rückte, desto schlechter wurde die Wetterprognose.

Nichts desto trotz trafen wir uns um am Freitag um 10:00 Uhr am Vereinsheim in Ansbach. Wir das waren insgesamt 13 (in Worten dreizehn) Teilnehmer. „Na für Samstag ist noch einigermaßen gutes Wetter gemeldet“. Alle hatten den Wetterbericht verfolgt.

Im Wilden Kaiser angekommen stellten wir ein Auto an der Mautstelle zur Griesener Alm ab, um für alle Fälle eine Rückzugsoption zu haben. Über Ellmau fuhren wir weiter zum Parkplatz Wochenbrunner Alm.

REGEN – „Na ja, war ja so gemeldet“ Also stiegen wir bei Regen zur Gruttenhütte auf. Am Abend wurde das Wetter besser, aber die Informationen zu den Zustiegen und den Klettersteigen, die wir vom Hüttenwirt erhielten, waren nicht sehr vielversprechend. SCHNEE- teilweise kniehoch! Doch erst mal gute Nacht und ein Stoßgebet in den Himmel.

Der nächste Morgen zeigte sich von seiner schönsten Seite. Die Gruttenhütte ist eine Aussichtplattform vom Feinsten. Vor uns erstrecken sich die Kitzbühler Alpen und dahinter der Alpenhauptkamm. Gehard meinte, wir sollten uns noch ein wenig Zeit lassen, „wenn die Sonne durch kommt wird der Schnee schnell weg sein“.

Über den Jubiläumsteig stiegen wir Richtung Ellmauer Tor. Der Steig brachte uns drahtseilversichert zum Einstieg ins Schuttkar. Hier konnten wir unseren weiteren Weg nach oben einsehen – SCHNEE. Die Sonne hatte sich nicht erbarmt! Bisher blieben wir trocken, doch nun begann es zu nieseln. Wir stiegen bis zum Ellmauer Tor (2000 m) auf. Bei der Rast beratschlagten wir, ob wohl der Gipfel „Hintere Goinger Halt“ zu machen wäre. Die Mehrzahl wollte es nicht versuchen.

Wir, Erika, Stefan und ich probierten es auf eigenes Risiko. Der Schnee nahm zu. In einer senkrecht verlaufenden Rinne, die mit einer Eisenkette versichert war, versanken wir bis zum Knie im Schnee. Etwa hundert Meter unterhalb des Gipfels zwang uns eine Querung, die uns zu gefährlich erschien, zur Umkehr.

Zurück am Ellmauer Tor stiegen wir durch die Steinerne Rinne ab. REGEN! Dieser beeindruckende Teil führte uns drahtseilversichert vorbei, an den senkrecht aufragenden Wänden an denen Klettergeschichte geschrieben wurde. Über den Eggersteig der um den Pfeiler der Fleischbank führt, gelangten wir zum Stripsenjochhaus – tropfnass.

Sonntag früh, nach einer Nacht im Federbett – welch Luxus – lag die Griesener Alm unten im Tal noch im Nebel. Da die Aussichten für den Tag nichts Gutes verhießen, beschlossen wir von unserer Rückzugsoption Gebrauch zu machen. Die Fahrer stiegen ins Tal ab. Ein Teil unserer Truppe wollte das trockene Wetter ausnutzen und wanderte noch zum Hausgipfel, dem Stripsenkopf. Der unschwierige Aufstieg dauert ca. eine halbe Stunde. Auf dem Gipfel steht ein Pavillion. Von hier hatten wir eine 360 (Grad) Umsicht, vom Chiemgau zum Steinernen Meer, die bekannten Kletterwände des Wilden Kaiser bis hin ins Inntal.

An der Mautstelle trafen wir wieder auf unsere Fahrer, die die Fahrzeuge von der Wochenbrunner Alm geholt hatten. Ihnen und vor allem Gerhard Zumach gilt mein besonderer Dank. Trotz Regens und der nicht erreichten Gipfel, eine gelungene, im Gedächtnis bleibende Tour.

Wie heißt es doch bei Paulchen Panter „Heute ist nicht alle Tage - ich komme wieder, keine Frage“.

Ach so – die Heimfahrt– sintflutartiger REGEN.

Hüttenaufstieg
Alpenhauptkamm
Jubiläumssteig
Aufstieg zum Ellmauer Tor
Ellmauer Tor
Steinerne Rinne
Immer noch Steinerne Rinne
Eggersteig
Warten auf den Vereinsbus