Durchs Höllental zu Deutschlands Himmel - der Zugspitze

19.07.2013 - 21.07.2013
Autor: Roland Bräunling
Tour-Nr.: 2013/45

Stau auf dem Weg zum Gipfel

Am Freitag Mittag trafen wir uns in Ansbach und fuhren mit 2 PKWs nach Hammersbach bei Garmisch-Partenkirchen, von wo aus unsere Tour um 17 Uhr startete. 650 Höhenmeter lagen noch vor dem Abendesssen vor uns, die wir im schnellen Schritt durch die Höllentalklamm hinter uns brachten – manchem, der gerne die Naturschönheiten und den tosenden Bach bewundern wollte, fast etwas zu schnell. So erreichten wir – arg auseinandergezogen, denn einige wollten doch etwas gucken – die Höllentalangerhütte auf 1381 m, wo ein leckeres Abendessen und ein enges Lager auf uns warteten.

Am Samstag hieß es um 5 Uhr Wecken, ab ans Frühstücksbuffet und nach kurzer Instruktion durch Armin, was heute noch alles auf uns zukommt, um 6:15 Uhr Abmarsch. Nach kurzem Marsch durch den Hölllentalanger standen wir auch schon vor dem ersten Aufstieg mit Drahtseilsicherung in einer steilen Felswand und es hieß Klettergurte und Helme anlegen. Bald standen wir dann vor der „Leiter“ und dem „Brett“, wo der Steig auf ca. 30 m Länge eine senkrechte Felswand nur auf Drahtstiften durchquert. Rasch durchstiegen wir diese ersten spannenden Passagen und erreichten das Höllentalkar, durch das es über öde Schotterfelder weiter aufwärts geht. Schließlich erreichten wir den Höllentalferner, den wir in Serpentinen überquerten, bis wir schließlich vor der fast senkrechten Nordostwand der Zugspitze standen. Zum Glück war der Randspalt nicht allzu breit, so dass der Einstieg in den gesicherten Steig gefahrlos möglich war. Dieser führte uns über viele Eisenleitern, -klammern und -stifte, schmale Felsbänder und Kletterstellen, immer gut mit Drahtseil versichert, in 2½ Stunden hinauf auf den Gipfel. Einsam ist man dort oben nicht; eine lange Reihe von Bergsteigern windet sich einer nach dem anderen den gesicherten Steig hinauf, wo überholen nur selten möglich ist. Da sich die anfänglichen Nebelschwaden verzogen und die Sonne herauskam, belohnten bald atemberaubende Blicke hinunter ins Höllental und nach dem Überqueren einer Scharte auch auf die andere Seite hinunter auf den Eibsee den kräftezehrenden Aufstieg.

Schließlich erreichten wir gegen 13 Uhr das berühmte goldene Kreuz auf Deutschlands höchstem Gipfel (2962 m). Dieser war leider überbevölkert, weil zu Deutschlands „Himmel“ auch einfachere Wege und vor allem drei Seilbahnen führen. Ein Gruppen-Gipfelbild war bei dem Gedränge auf dem schmalen Felsen jedenfalls nicht möglich. Sehr gewöhnungsbedürftig ist auch der Anblick der gegenüber liegenden Gipfelterrasse, wo sich noch viel mehr größere Menschenmassen drängen, um einen Blick und einen Klick auf das Gipfelkreuz zu werfen. Nach kurzer Zeit am Gipfel sammelten wir uns auf der Terrasse vor dem Münchner Haus und machten erst mal ausgiebig Mittagspause, bevor wir uns an den Abstieg machten. Dieser führt jenseits der Gipfelterrasse zunächst am Gipfelgrat entlang und dann die steile westliche Flanke der Zugspitze über kargen, mit rutschigem Schotter bedecktem Fels hinunter Richtung Wiener Neustädter Hütte. Erst kurz vor der Hütte wurde der Abstieg wieder interessanter, dort geht es durch einen höhlenartigen Kamin hinunter, der durch Schneereste etwas knifflig zu gehen war. Schließlich erreichten wir um 17 Uhr die kleine Wiener Neustädter Hütte auf 2213 m, wo uns die engagierten Hüttenwirte mit einem deftigen Gulasch bewirteten und die Lager etwas breiter waren als in der vorherigen Nacht.

Am Sonntag ging es dann nach einem guten Frühstücksbuttet hinab ins Tal, anfangs noch auf schmalen Pfaden durch den Fels, bald auf breiteren Waldwegen. Nach 3½ Stunden erreichten wir am Eibsee wieder die Zivilisation, und auch die vielen Spaziergänger konnten fünf von uns nicht davon abhalten, sich gleich in die gar nicht so kalten Fluten zu stürzen, während die anderen das Cafe bevorzugten. Anschließend erreichten wir in letzter Sekunde gerade noch die Zugspitzbahn, die uns an unseren Ausgangsort Hammersbach zurückbrachte. Ein Abschlussessen im Klostergasthof Ettal rundete die von Armin perfekt organisierte und rundum gelungene Tour ab, und um 18 Uhr waren wir dank unserer guten Fahrer Uwe und Werner wieder zu Hause in Ansbach.

Teilnehmer: Dorothea, Erwin, Hubert, Manfred, Maria, Roland, Uwe, Werner

Tourenleiter: Armin Weigel

Höllentalangerhütte
Der Höllentalsteig
Höllentalferner
Das sogenannte Brett
Dicht umlagert: der Gipfel der Zugspitze
Beim Abstieg: der Kamin
Der idyllische Eibsee