Langschläfertour zur Ansbacher Hütte

15.08.2014 - 17.08.2014
Autor: Heidi Kraus und Team
Tour-Nr.: 2014-02-63

Durch Matsch, Schnee und Kuhsch…

Am 15.8.2014  brachen 17 Leute auf, um in den Lechtaler Alpen zu wandern. Die meisten davon wollten endlich einmal die Ansbacher Hütte kennenlernen, nachdem man ja nun zur Ansbacher Sektion gehört … Das Besondere an dieser Tour war, dass die zwei DAV-Busse erst um 10 Uhr (!!) am Vereinsheim losfuhren. Noch nie konnte man so ausgeschlafen zu einer Bergwanderung starten! Aber nicht nur diese Bequemlichkeit wurde uns von unseren beiden Tourenleitern, Uwe Kärger und Dieter Leisner, geboten. Nein! Wir durften unsere schweren Rucksäcke in die Materialseilbahn der Ansbacher Hütte legen und konnten so mit leichtem Gepäck die ca. 1200 Höhenmeter locker meistern. Manche hatten sich zu Hause deshalb schon überlegt, ob sie nicht einen Trolley anstelle eines Rucksacks packen sollten, doch dies war ihnen dann doch zu „dekadent“ vorgekommen. Weil es aber dieses Mal nicht so auf das Gewicht des Rucksackes ankam, packten wohl alle etwas zu viel ein, so dass die Kartoffeln, die eigentlich noch mit in die Kiste der Materialseilbahn hätten gelegt werden sollten, nicht mehr hinein passten. (Falls es also demnächst keine Kartoffeln mehr in der Hütte zu essen gibt, so ist unsere Gruppe „daran schuld“.) Weil viele „neue“ Leute dabei waren, bekam die Gruppe von Dieter in väterlicher und fürsorglicher Weise Ratschläge zum richtigen Verhalten beim Aufstieg, der dann aber im geschätzten Zeitumfang gut bewältigt wurde. Einzig die „Kampfhühner“ auf der Fritzhütte, wo wir einen schönen Zwischenstopp einlegten, machten uns Sorgen. Sie rissen uns fast die Brotzeit aus den Händen und versuchten, nachdem wir diese nicht freiwillig hergaben, uns durch heftiges Flügelschlagen so zu erschrecken, dass wir unsere Brote fallen lassen.

Dass wir am nächsten Morgen Schnee auf den Fensterbrettern hatten und das ganze Gelände um die Hütte weiß war, war dann doch eine große Überraschung. Insofern ließen wir es am Morgen des nächsten Tages wieder „langsam“ angehen. Wer wollte schon bei Nebel und Schnee auf die Feuerspitze? Die Stimmung aber blieb gut und wurde von einigen Teilnehmern dazu genutzt, eine kleinen „Tiersammlung“ aus Schnee anzufertigen. Gegen Mittag entschieden unsere beiden Leiter, uns zum „Hausberg“ der Ansbacher Hütte - zur Samspitze (2624 m) - zu führen, um uns etwas in Bewegung zu bringen. Diese 3-Stunden-Wanderung haben alle genossen, wenngleich es für einige eine neue Erfahrung war, sich an seilversicherten Stellen entlang zu hangeln. Immer wieder war zu hören: „Alleine würde man nie bei Schneetreiben, Kälte und Nebel eine solche Tour unternehmen. Aber in der Gruppe macht es Spaß und bringt ein riesen Erfolgserlebnis.“ Unterwegs ging es in den Gesprächen auch vielfach um das richtige „Equipment“ für solche Unternehmungen. Besonders „atmungsaktive Regenhosen“ fanden großes Interesse und wurden von den „Glücklichen“, die bereits solche trugen, sehr  gelobt. Überhaupt wurde bei diesem kalten Wetter viel von der richtigen Bekleidung gesprochen: Betthandschuhe, eine Mütze für die Nacht und eine doppelte Socken-Lage schienen bei dieser Kälte die richtige Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf zu sein. So konnten aber nur wir Teilnehmer denken. Besonders Uwe nutzte die Wartezeit auf besseres Wetter, um für die Hütte die Internet-Verbindung zur Außenwelt zu verbessern. Wie immer, wenn es um Computer geht, klappte aber dies wegen fehlender Daten nicht so schnell wie gedacht. Während also Uwe „schuftete“, versuchten wir Teilnehmer einen Duschrekord aufzustellen: Wer schafft es innerhalb einer Minute, für die die Brause warmes Wasser hergab, sich einzuseifen und sich wieder abzuwaschen? Voll Erstaunen entdeckten wir auch einen Riesenhasen hinter der Hütte: Dürers Feldhase war wohl ein mickriges Wesen gegen dieses große Exemplar.

Am Sonntagmorgen wachten wir dann bei strahlendem Sonnenschein auf. Trotzdem entschieden wir uns zum Abstieg, da viele von der Idee begeistert waren, in Bregenz vorbei zu fahren und dem Bodensee einen Besuch abzustatten. Als dann auch unsere Rucksäcke wieder im Tal waren, erzählte uns Dieter noch einiges über die Mühen und die Kosten, die es braucht, um eine Hochgebirgshütte wie die Ansbacher Hütte zu erhalten und zu betreuen. Unser Respekt gegenüber allen, die sich daran beteiligen und Masten streichen, Baumaterial schleppen und Wege wieder reparieren, stieg und wir waren alle sehr beeindruckt. Am Bodensee zeigte uns Dieter die Bregenzer Seebühne und wir ließen es uns noch einmal bei Kaffee und Weißbier gut gehen. Ausgeruht, gut gelaunt und hochzufrieden mit unserer Tour, unseren Leitern und der Gruppe kamen wir dann gegen Abend wieder in Ansbach an.

Vielen Dank euch beiden - Uwe und Dieter - für drei wunderbare Tage! Wir alle freuen uns auf die nächsten Vorschläge für weitere Touren...

unser Gepäckmuli
Hey Zwerge go go go ...
erst brauchen wir eine kleine Rast ...
... bevor wir unser Ziel erreichen
Es gibt kein schlechtes Wetter ...
... nur gute Laune
Es ist doch nur ein kleiner Aufstieg ...
... bis zum Gipfel
Wir waren auf der Ansbacher
Und sind auch wieder gut heruntergekommen
Na dann, bis zum nächsten mal