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Luxemburger Schweiz

11.07.2014 - 13.07.2014
Autor: Dietmar Weiß
Tour-Nr.: 2014-02-59

„La Petite Suisse Luxembourgeoise“

Der Mullerthal-Trail Route 3 und Extra-Tour B

„Klein aber Fein“ präsentierte sich uns die „Kleine Luxemburger Schweiz“ auf unserem Ausflug in die 200 Millionen Jahre alte Sandsteinfelsenwelt bei Beaufort.

Vieles erinnert an die Sächsische Schweiz mit den vielfältigen Verwitterungsformen, die aus dem Wechsel von weicheren und härteren Lagen in der Formation des Luxemburger Sandsteins im Laufe der Jahrmillionen entstanden sind und auch die üppige Vegetation, die sich in den feuchtigkeitsspeichernden Taleinschnitten ausbreitet, erinnert an das sächsische Pendant. Ein Farnparadies für Brigitte!

Markante Felsen wachsen senkrecht aus den engen Tälern heraus. Klüftung und Schichtung lassen bizarre Formen entstehen. Den Rest erledigt die oberflächennahe Verwitterung, die in den weicheren Sandsteinpartien die typischen Wabenstrukturen erzeugt und glatte Abflussrinnen des Regenwassers in den Fels einschneidet, die fast schon künstlich aussehen.

In dem niederschlagsreichen Klima fühlen sich auch die Bäume wohl. Dank unserem Wanderleiter, der sich als anerkannter Baumexperte outete, sammelten wir noch einiges an Wissen bei unserem Streifzug durch die ausgedehnten Mischwälder. So lernten wir den Unterschied zwischen Tanne und Fichte nicht nur an den Nadeln und Zapfen zu unterscheiden, sondern direkt am Stamm zu erkennen. Staunend erfuhren wir, dass auch Buchen Sonnenbrand bekommen können und wie gefährlich der Brandkrustenpilz werden kann. Sogar die korrekte Baumfällung wurde unter den Teilnehmern praxisnah diskutiert. Persönlich hat mich der Herzschnitt besonders beeindruckt.

Zur volkstümlichen Weisheit „Buchen sollst Du suchen, Eichen sollst Du weichen“ passte auch das schwülwarme, äußerst schweißtreibende Wetter, aber zum Glück kamen die Gewitter nachts und wir wurden auf unserer Wanderung von größeren Regengüssen verschont.

So begannen wir, das waren Brigitte Binder, Kornelia Hafemann, Horst Hofmann, Beate und Thomas König, Christa Rey, Karin Schmidt, Dietmar Weiß und natürlich unser Wanderleiter Stephan Wickerath, unsere Tour am Wanderparkplatz „Mullerthal Schiessentümpel“. Von dort ging es schwitzend an den ersten Felsformationen des Luxemburger Sandsteins vorbei, über idyllische und ruhige Wege, von Bächen und Bremsen begleitet hinauf bis nach Beaufort.

„Klein aber Fein“ erwies sich dann ebenso unsere Unterkunft in der „Auberge Rustique“. MONSIEUR Julien mit seiner sehr freundlichen Zuvorkommenheit und die allseits begehrten „Briques rustiques“, die Christa ins Spiel brachte, trugen dazu wesentlich bei.

Am Samstag erwanderten wir den größeren Teil des Mullerthal-Trails, Route Nr. 3 mit ca. 28 km Länge. Die Zeit verging dank vielseitiger interessanter Gespräche, den eingestreuten Lehrminuten unseres Baumexperten und einer ausgedehnten Mittagsrast in der Auberge ’Op de Bleech‘ in Larochette wie im Flug und erfüllte uns am Ende des Tages mit einer tiefen, kontemplativen Zufriedenheit.

Ein Teil der Gruppe beendete diesen Ruhezustand abends auf dem „Schlassfest zu Beefort“.

Bei "Musek und gutt Laun", begleitet von einer "Liicht- und Feiershow" ließen wir uns das frischgezapfte Bier gut schmecken und verfielen in tiefen Schlaf.

Zum Ausklang am Sonntag haben wir uns dann noch die ca. 13 km lange Variante B des Mullerthal-Trails vorgenommen. Unter den gleichen harmonischen Voraussetzungen wie an den beiden vorhergehenden Tagen verging auch diese Wanderung durch idyllische Landschaften wie im Flug, so dass wir gegen Mittag, rechtzeitig zur Brotzeit wieder in unserer gemütlichen Auberge eintrafen und noch einmal die Gastfreundschaft von Julien genießen durfte.

Über einige zeitraubende Umleitungen und danach durch einige Wolkenbrüche kamen wir gesund und wohlbehalten wieder ins heimatliche Ansbach. Dies war sicherlich auch der Verdienst unseres Wanderleiters Stephan Wickerath, dem wir unseren herzlichen Dank aussprechen für diese nicht alltägliche Tourenauswahl, die „lehrreiche“ Wanderführung und das feine Händchen bei der Wahl der Unterkunft. Wir sind gespannt auf Deine nächste Tour! 

Ausgangspunkt der Wanderung: der Schiessentümpel
Pferdezucht
Baumartenkunde
Blick auf Larochette
Blick in die Tallandschaften der Our und der Sauer
Gruppenbild vor der Unterkunft
Markante Schichtrippenverwitterung
Pause in den Steinbrüchen
Schloss Beaufort
Wasserfall Schiessentümpel