Klettersteigtour im Rosengarten / Dolomiten

04.09.2014 - 07.09.2014
Autor: Ilona Kleinhenz
Tour-Nr.: 2014-02-38

Der Rosengarten - ein Gebirgskessel mit viel Geröll

Zehn Teilnehmer, zehn persönliche Statements, das Ganze anstelle eines üblichen Tourenberichts: jeder einzelne hat die Dolomitentour anders empfunden, sein persönliches Highlight erlebt oder seinen ganz eigenen „Dolomitenmoment“ gehabt…

HARALD: Südtirol ist wie immer eine Reise wert gewesen. Dieses Mal haben wir den Rosengarten durchklettert. Besonders angetan war ich neben der wunderschönen Natur, die wir am dritten Tag sogar ohne Nebel sehen konnten, von der Kameradschaft und tollen Stimmung unserer Gruppe! Selbst über ausgesetzte Stellen im Klettersteig und auf kraftraubenden Anstiegen hat es unser Guide Peter verstanden, uns alle zu motivieren und sicher zum Hüttenabend zu bringen (O-Ton: "nur noch eine Stunde..." - selbst wenn es dann mehr als zwei Stunden dauert). Fazit: echt lohnenswert, so ein Ausflug mit der DAV-Sektion Ansbach!!!

Ilona: Der Rosengarten mit seinen steil aufragenden, mächtigen Felswänden und –türmen hat mich sehr beeindruckt; besonders bei Sonnenauf- und –untergang, wenn die Felsen in ein rötliches, warmes Licht getaucht scheinen. Man kann unterwegs immer wieder über die Schönheiten der Natur staunen, sei es über eine Herde von ca. 40 Gämsen oder über die Landschaft an sich - man kann sich kaum sattsehen. Sattessen dagegen konnten wir uns bei guter italienischer  Küche z.B. auf der direkt unter den gewaltigen Vajolettürmen gelegenen Vajolethütte.  Mit dem Laurenzisteig stand ein fordernder, aber gut machbarer Klettersteig (Schwierigkeit: C/D) auf dem Programm, bei dem der Begriff „Ausgesetztheit“ nicht nur eine leere Worthülse bleibt…Besonders gut gefallen hat mir außerdem der Antermoia-See mit seinen perfekten Spiegelungen.

Doro: Meine Intention für diese Tour war, Klettersteige und-touren mit ihren Anforderungen kennenzulernen, um damit auch besser mein eigenes Potential einschätzen zu können. Meine Erkenntnis: Ich konnte sie genießen, die zum Teil ungesicherten C-Stellen auf dem schmalen Grat oder die senkrecht abwärts zu bewältigenden D-Stellen. Landschaftlich und personell war für mich alles vom Feinsten. Klettern im Fels, stundenlanges Zu- und Absteigen in einsamem, verlassenem Dolomitgestein-Szenario, Austausch auf der Grasleitenhütte unter Berlinern (endlich hab ich mal was verstanden) und eine fröhliche und angenehme Gruppe. Da ich mich nun als „Bergziege“ bestätigt sehe, will ich gern noch mehr Touren dieser Art unternehmen; gern wieder als Anvertraute an Peter und Elke, dann aber ohne Erkältung…

Ronny: Diese Tour war echt spitze. Der Klettersteig in der Höhenlage war mal eine ganz andere Hausnummer und – juhu -  es war auch mein erster 3000er dabei.  Ich war heilfroh, dass das Wetter einigermaßen mitgespielt hat. Die Gruppe selber war ein cooler Haufen. Die Organisation durch die beiden Tourenleiter war in sich stimmig und hat authentisch gewirkt.

Elmar: Die Klettersteigtour im Rosengarten war von Peter und Elke perfekt organisiert, souverän geführt und rundum gelungen. Kein Weg wurde doppelt gegangen. Die tolle Stimmung und jede Menge Spaß - auch nach einem anstrengenden 11-Stunden-Tag -  zeichnen diese Tour aus. Selbst nach vier Tagen mit "Katzenwäsche" konnten wir uns noch riechen :-) … Die Dolomiten mit ihren bizarren Felsstrukturen beeindrucken mich immer wieder aufs Neue, diesmal ganz besonders die imposanten Vajolettürme. Mein persönliches Highlight war die "Via ferrata Laurenzi". Der schwierigste, längste und einsamste Klettersteig im Rosengarten führt auf den Inneren Molignon (2852 m). Faszinierende Blicke auf die umliegende Bergwelt sowie das Vorkommen zweier verschiedener Gesteinssorten (Dolomit und schwarze Tuffsteine) entschädigen für die hohen Anforderungen an den Klettersteiggeher.

Erhard: Unsere viertägige Klettersteigtour ins Rosengartengebiet war für mich in Sachen Klettern die erste große Unternehmung und diese hat auch gleich voll eingeschlagen. Mir hat es super gut gefallen. Die Tourenauswahl von Peter mit der Kesselkogel-Überschreitung und dem Laurenzisteig waren optimal auf unsere Truppe abgestimmt, d.h. nicht zu schwer, aber auch nicht zu langweilig.  Am meisten haben mich die imposanten Ausblicke auf andere Berggruppen beeindruckt. Die Dolomiten mit ihrem schroffen Erscheinungsbild sind schon ein Wunderwerk der Natur. Das Highlight nach jeder Tagestour war natürlich das Zusammensitzen in den gemütlichen Berghütten. Die Stimmung war sehr ausgelassen und kurzweilig, was den guten Zusammenhalt in der Gruppe widerspiegelte. Am besten gefiel es mir in der „Tierser Alpl“, wo wir sogar die Gitarre auspackten und eine paar Lieder sangen. Die Klettererfahrung, den  Zusammenhalt in der Gruppe und die lustigen Stunden mit allen möchte ich nicht missen und würde mich sehr über eine weitere Tour im nächsten Jahr mit allen freuen.

Peter: Der Rosengarten war der letzte Gebirgsstock in den Dolomiten, der in meiner Führungstätigkeit noch fehlte. Am meisten beeindruckt hat mich der Hans, Hüttenwirt der Grasleitenhütte, noch ein echter Naturbursche. Leider war das Gespräch mit ihm bei einem Schnapserl viel zu kurz, da wir weiter mussten.

Das Teilen der Gruppe im Klettersteig hat sich bewährt; mit Elke habe ich  für diese Unternehmungen eine verantwortungsvolle Führungspartnerin gefunden. Am meisten gefordert war ich allerdings auf den lautstarken italienischen Hütten (besonders am Samstag) um für zehn Leute das Essen zu bestellen...

Und das Beste? Das Beste an den Touren ist immer gleich: einfach in den Bergen zu sein....

Anja: Rosengarten-ABC

Atemlos (durch die Nacht) ~ Brunzkachl ~ Catinaccio ~ Dolomiten ~ Enzian ~ Ferrata Laurenzi ~ Geocaching ~ Hollädiri ~ imposante Bergwelt ~ ja seid’s ihr narrisch! ~ Kesselkogel ~ Lampenschirm ~ Momo ~ nicht geduscht ~ Ossi ~ Packesel ~ quatschen ~ Roswitha ~ superlustig ~ Tierser Alpl ~ unglaublich aufregend ~ volle Vajolethütte ~ Wein ~ x mal auf- und abgestiegen ~ yes ~ ziemlich gute Tour!

Franz: Rosengarten - was für ein eigenartiger Name für einen Gebirgsstock. Angeblich abgeleitet von der König-Laurin-Sage. Soviel davon stimmt jedenfalls: in der Abendsonne leuchtet der Rosengarten feuerrot, schön und eindrucksvoll auf. Und er ist auf jeden Fall ein tolles Ziel für alle möglichen Touren. Wir wollten zwei klassische Klettersteigtouren machen, entsprechend groß waren Vorfreude und Erwartungshaltung.
Die erste Tour führt uns auf den Kesselkogel (3004m), den höchsten Gipfel der Gruppe. Eine schöne Tour und ein schöner Klettersteig, aber leider wollte sich die Nebelsuppe um den Gipfel einfach nicht verziehen. Außer dem Gipfelkreuz war nicht viel zu sehen. Aber es gab ja noch eine zweite Chance. Und tatsächlich, am nächsten Tag führte uns der Laurenzi-Steig über den Molignon di Dentro, zwar kein richtiger Gipfel, aber die Sicht war schon viel besser: schöner Blick auf Lang- und Plattkofel, den Sellastock, die Geislerspitzen und andere, so muss das sein!
Und so bleibt als Fazit: schöne Klettersteigtouren, gute Hütten und eine nette, harmonische Gruppe, bestens geführt von Elke und Peter ("Jörel"), und natürlich der  faszinierende Rosengarten.
Übrigens: der italienische Name für den Rosengarten "Catinaccio" stammt vermutlich vom ladinischen "ciadinac", was so viel heißt wie "Gebirgskessel mit viel Geröll". Also das stimmt auf jeden Fall.

Elke: In dieser Jahreszeit in den Dolomiten unterwegs zu sein, das ist immer ein beeindruckendes Erlebnis: das unwirkliche Licht, karge Felswüsten, bedrohlich bröselnde Felstürme, türkisblaue Spiegelseen. Gut, dass die Fotokamera immer griffbereit war, um diese wunderbaren Momente ein wenig einzufangen. Wie meist auf Peters Klettersteigtouren war auch diese Runde im Rosengarten anstrengend. Nicht so sehr wegen der anspruchsvollen Kletterei, sondern wegen der insgesamt langen Wanderungen (zehn bis elf Stunden). Obwohl diesmal für mich auch die ausgesetzte und zum Teil ungesicherte Gratkletterei auf dem Laurenzisteig durchaus eine Herausforderung darstellte… turnte Doro fröhlich, mit ihrem Brot in der einen und Fotokamera in der anderen  Hand oben am Grat ungesichert herum, während ich, die zweite Tourleiterin, mich am Felsen festklammere!

 

Kurzinfo zur Tour: Donnerstag Anfahrt zur Frommeralm, von dort aus mit dem Sessellift zur Kölner Hütte. Dann über den mittelschweren Santner-Klettersteig über die Gartlhütte zur Vajoletthütte. Am nächsten Tag stand der Kesselkogel (3004m) auf dem Plan, am Samstag der Laurenzi-Klettersteig mit dem Inneren Molignon (2852m). Über den Antermoia-See und die gleichnamige Hütte führte die Tour zur Grasleitenhütte und schließlich nach einem langen Tourentag auf die Tierser-Alp-Hütte. Sonntag schließlich ging es über den „Pas de le Coronelezurück zur Kölner Hütte und heim nach Ansbach.

 

 

50 % der Gesamtgruppe
Gartlhütte vor den berühmten Vajolet-Türmen
Ja, wo laufen sie denn? Abstieg vom Kesselkogel
Morgenstimmung: Blick aus dem Waschraum der Tierser Alpl
Laurenziklettersteig: steil ging´s hinunter
Abrutschen im Schnee oder ausrutschen?
Grasleitenhütte: Stärkung für den letzten Etappenteil zur Tierser Alpl
Kesselkogel: so sieht Nebel in 3004 m aus
Akrobatik im Klettersteig (Elmar)
Mondlandschaft? Nein, Abstieg vom Kesselkogel
Teil 2 der großen Gämsenherde