Mittelschwere MTB-Rundtour im Fichtelgebirge

04.07.2014 - 06.07.2014
Autor: Sylvia Pludra
Tour-Nr.: 2014-02-94

Über Stock und Stein durchs schöne Fichtelgebirge

Freitag: 9 furchtlose Stollenreiter haben sich mit gesattelten Bikes am Freitagmittag zusammengefunden, um gemeinsam und unter Leitung der beiden MTB-Fachübungsleiter Günter Wolf und Lukas Kulma Höhenmeter, Trails und wunderschöne Wald- und Wiesenwege unter die Pneus zu nehmen.

Mit Vereinsbus und 2 Fahrgemeinschaften ging es bei Sonnenschein und an die 30°C zum Start nach Oberwarmensteinach. Zum „Warmfahren“ standen am ersten Tag 17km mit 570 Hm auf dem Programm. Aufwärts wohlgemerkt und der letzte knackige Anstieg zu unserer ersten Unterkunft im Kösseinehaus brachte auch den letzten in unsere Gruppe ordentlich ins Schwitzen. Wobei ich mir bei einem Teilnehmer nicht so sicher bin. Speedy Gonzales hatte stets ein Lächeln auf den Lippen und machte das ganze Wochenende über den Eindruck, als radele er munter und vergnügt sonntagmorgens zum Bäcker. Dennoch haben es auch alle anderen Teilnehmer pünktlich zum Deutschlandspiel gegen Frankreich an den Fernseher geschafft und bei Schnitzel, Weizen und Kässpatzen wurden die ersten erklommenen Höhenmeter und das 1:0 gefeiert.

Tagsdarauf: 6.45Uhr Aufstehen, 7.15Uhr Frühstück, 8.15Uhr Bike-Check und 3,2,1 los ging es mit den ersten der 55km und 1500Hm, die uns an diesem Tage erwarteten. Zu Beginn ging es als erstes abwärts und in 2 Gruppen aufgeteilt, da die munteren Trails so viele Biker auf einmal gar nicht bewältigen können. Wer nun denkt, man könne es bergab gemütlich in den Tag rollen lassen, der irrt. Nach nur wenigen Minuten war jedem mollig warm, die Finger aus der Bremsstellung nur noch schwer zu lösen. Unaufhörlich schlängelte sich Trial an Trail durch den Wald und wo der eine aufhörte, fing schon der nächste an. Ein kurzes Zusammensammeln der Gruppe, schon flogen wir über die nächsten Wurzeln und Steine an kopfnickenden Grashalmen und lustig kullernden Tannenzapfen vorbei. Wenn man genau hinsah, konnte man hinter einem Baum versteckt Hase und Igel entdecken, die sich noch ganz verschlafen die Augen rieben und uns kopfschüttelnd hinterherblickten.

Zwischendurch gab es von unserem Guide und Bikefreak Günter, der sich unserer annahm, eine Lerneinheit über das richtige Bewältigen größere Trailstufen, die sogleich mit einer illustren Flugshoweinlage demonstriert und von den Teilnehmern begeistert nachgefahren wurde. Irgendwann geht jedoch auch mal der schönste und längste Trail zu Ende und so hieß es dann zur Abwechslung mal wieder in die Pedale treten um den nächsten Höhepunkt entgegen zu strampeln.. Vorbei ging es an der Luisenburg, über die Hohe Matze und zur Hohen Platte, an deren Gipfelkreuz wir uns eine kleine Ruhepause gönnten und die herrliche Aussicht genossen. Lange hielt es uns jedoch nicht dort oben, denn das Rufen der nächsten Abfahrt war weithin zu hören und so tauchten wir wieder ab und ein in den nächsten sich dahinschlängelnden Pfad, oft dem Kösseinehöhenweg und/oder dem "Fränkischen Gebirgsweg"  folgend. Freudig dahinwedelnd erreichten wir gegen Mittag den türkisblitzenden Fichtelsee, an dem wir wieder auf die andere Gruppe stießen. Gemeinsam haben wir uns am Ufer des Sees gestärkt und uns für die noch anstehenden Bergwertungen des Tages mental vorbereitet. Ochsenkopf und Schneeberg standen noch bevor und auch unsere Unterkunft für diesen Tag lag wieder einmal nicht auf Meereshöhe. Damit uns in der Gruppe nicht langweilig wurde, wurden flugs noch die Guides durchgewechselt und schon ging es wieder in den Sattel und über die Seebrücke auf die Strecke Richtung Ochsenkopf.

Die wiederkehrenden Anstiege hatten es im Laufe des Tages in sich und auch wenn der ein oder andere quietschfidel und frisch wie an einem Seil gezogen die Höhenmeter erklomm, kämpften sich andere allmählich schotterknirschend und japsend die langgezogenen Forststraßen zu Ochsenkopf und Schneeberg empor. Doch die Mühe hat sich gelohnt. Bergab erwarteten uns wieder unzählige Trails, von denen wir uns mit einem lauten Glücksjuchzer verschlucken ließen. Gefühlt endlose Minuten ging es rasant über Stock und Stein, ehe sich beiden Gruppen an einer Waldkreuzung wieder zusammengefunden haben. Angesichts eines herannahenden Gewitters gaben wir unsere Bikes jedoch schnell wieder die Sporen, um die letzten Kilometer und Höhenmeter des Tages noch halbwegs trocken zu absolvieren. Glücklich und zufrieden erreichten wir gegen 19 Uhr nach einem letzten Anstieg und vor dem Regen das Waldsteinhaus.

Sonntag: Auch der letzte Tag der MTB-Tour begann mit einem Bike-Check, allerdings diesmal erst um 9.15Uhr. Die Wolken haben sich über Nacht verzogen und so machten sich beide Gruppen in der Morgenstimmung wacker auf in den Tag. Wieder ging es wildromantisch durch die schöne Natur des Fichtelgebirges, anfangs erneut Trails bergab, ehe im Wald wieder in die Pedale getreten werden musste. Damit uns auf der Tour nicht langweilig wurde, hieß es nun auch vermehrt Trails bergauf fahren. Durch die Torfmoorhölle, an der Egerquelle und am Seehaus (kurzer Trinkstopp) vorbei, führten uns die heutigen Tageskilometer. Immer wieder trafen beide Gruppen aufeinander, sodaß wir uns die Anstrengungen, aber auch den Spaß an den Abfahrten größtenteils teilen durften. Wundersame Felsformationen und schmale Waldwege lockerten zusammen mit Flora und Fauna die Strampelei hübsch auf. Nach einem langgezogenem Anstieg auf einem Asphaltsträßchen wartete zur Mittagszeit das Bayreuther Haus mit einer deftigen Verstärkung auf uns hungrige Biker, die wir uns gemeinsam schmecken ließen. Erneut wurden nach der Pause die Guides gewechselt und die letzten Kilometer der Tour gemütlich strampelnd absolviert. Kurz vor dem Erreichen des Parkplatzes in Oberwarmensteinach konnten wir uns an einer Kneippanlage nach der schweißtreibenden Tour erfrischen und die gefahrenen Kilometer und absolvierten Höhenmeter wieder aus den strapazierten Wadeln  treten; ganze 113km und 2950 Hm!

Ich glaube ich spreche im Namen aller Teilnehmer, daß dies eine rundum gelungene und wunderschöne MTB-Tour war. Vielen Dank an die beiden Tourenleiter für die tolle Organisation und Tourenauswahl!

Das Tour de Fichtelgebirgeteam: Günter Wolf und Lukas Kulma (Tourenleiter), Michael Schneider, Michael Burgschweiger, Nicole Weiß, Tobias Wagner, Jenny und Jörg Nowak, Gerhard Ammon (Träger des gelben Trikots), Elke Bürkel, Sylvia Pludra

 

Vor dem Start
Die ersten Höhenmeter
Das Kösseine-Haus
Wenn das kein Könner ist!
Kurze Fotopause
Trails, Trails, Trails....
Erschöpft
Tolle Felsformation
Wassertreten soll auch gesund sein
Geschafft!
Alle Teilnehmer