Skitourentage um die Bamberger Hütte in den Kitzbühler Alpen

19.02.2015 - 22.02.2015
Autor: Kaufmann Nadine
Tour-Nr.: 2015-02-14

Eine Tour der Extraklasse! *****

Das beauftragte Komitee verleiht den Skitourentagen vom 19.-22. Februar 2015 in den Kitzbühler Alpen unter der Leitung von Wolfgang Reichert und Elke Bürkel mit Julia, Joachim, Erika, Petra, Susanne, Ferdinand, Nadine, Jakob und Hans das Prädikat „Extraklasse *****“. (Applaus)

Fünf Sterne der Extraklasse bekommt natürlich nicht jede Tour, das muss seine Gründe haben. Und die hat es:

1*: Der Erste Stern wird direkt für die kulinarische Verpflegung auf der Hinfahrt vergeben. Wann wird schon mal der DAV-Bus zur fahrenden Würstelbude? Die heißen Würstchen äußerst clever von Hans in der Thermoskanne warm gehalten, dazu Brötchen und Senf, haben dann sogar noch für die drei Leipzigerinnen gereicht, die vor Ort zum Aufstieg zur Gruppe gestoßen sind. Dann kann es ja losgehen!

2*: Gut gestärkt setzt sich also die jetzt komplette Gruppe in Bewegung. Das Ziel ist klar: Die neue Bamberger Hütte, von der aus wir in den nächsten Tagen unsere Touren starten wollen. Die grobe Richtung ist auch klar: hoch müssen wir, ca. 650 Höhenmeter. Die genaue Richtung ist... erst später klar. Auch dem erfahrensten Hasen passiert es mal: Da ist man den Weg schon 'zig mal gegangen und dann biegt man einmal falsch ab - und auch der Rest von uns läuft am Schild vorbei ohne es zu sehen - und schon ist man fast oben, nur nicht da oben wo man hin wollte... Letztlich ist die Entscheidung, lieber wieder abzufahren und es nicht auf Teufel komm raus über den Gratweg zu versuchen dann genau die richtige. Das Extra-Aufstiegstraining bei strahlendem Sonnenschein und die Extra-Abfahrtsübung in durchaus anspruchsvollem Gelände bringt der Tour auf jeden Fall ihren zweiten Extraklasse-Stern. Dieser wird noch gekrönt vom Extra-Schnaps, den Wolfgang uns dann nach einem anstrengenden aber erfolgreichen Aufstieg, der unterm Sternenhimmel zu Ende geht, ausgibt. Dankeschön!

3*:Ziemlich bis total erschöpft und mit Vorfreude auf den nächsten Tag verschwinden wir auch relativ früh im Schlaflager. Als wir am nächsten Morgen aus dem kleinen Fenster schauen, können wir bereits das erahnen, wofür die Tour ihren dritten Stern verliehen bekommt: Sonnenschein der Extraklasse! Was für ein Tag! Wir machen uns auf den Weg zum Tristkopf bei Glitzerschnee und strahlend blauem Himmel, dass man alles andere als trist im Kopf wird. Vor dem Gipfel ist der Schnee teils verharscht und die Spur so glatt, dass sich diejenigen, die welche haben über ihre Harscheisen freuen. Dafür werden wir auf der Abfahrt mit Pulver verwöhnt, so dass wir sogar nochmal ein Stück aufsteigen, um ein zweites Mal herunter schwingen zu können. Aber pssst, Susanne konnte an dem Tag leider nicht mitkommen. Falls ihr sie trefft, die offizielle Version für sie ist: Der Tag war total neblig, wir hatten alle schlechte Laune und die Abfahrten waren auch extrem unspektakulär...

4*: Am Samstag starten wir endlich alle komplett. Unser Zielgipfel für heute ist der Schafsiedel und so reiht sich unsere Herde hinter Elke ein und die LVS-Geräte werden gecheckt, damit kein Schäfchen unterwegs verloren geht. Am Anfang ist der Aufstieg noch recht entspannt und wir überholen uns immer wechselseitig mit der Jugend-DAV-Gruppe: Grüaßt's euch! Unterwegs zeichnet sich allerdings ab, dass wir leider eine von uns mit fiesen Schienbeinschmerzen zurücklassen müssen, tapferst durchgebissen und professionell ärztlich sediert bis es doch nicht mehr ging. Der Rest unserer Herde macht sich weiter an den, nun steiler und vereister werdenden Aufstieg. Als wir schon glauben, wir seien fast angekommen geht es aber doch noch ein gutes und für uns extra-anspruchsvolles Stück weiter. Das Wetter zieht zu, die Sicht wird immer schlechter, der Hang immer steiler und wir haben immer noch nicht alle Harscheisen. Da heißt es: kühlen Kopf bewahren, konzentrieren und nicht abrutschen. Mit viel gegenseitiger Unterstützung schaffen wir es  schließlich auf den windigen Gipfel des Schafsiedel. Das ist einen Stern wert! Wolfgang fährt uns dann voraus abwärts ins Graue hinein und nach einer Weile sehen wir auch Julia wieder, vor ihrem Wartestein tanzend. Dort gibt es dann die wohlverdiente Brotzeit.

5*: Wo uns an den vorherigen Tagen morgens der blaue Himmel durch's Fenster gelacht hat, bläst uns am Sonntagmorgen eine Extrasternportion Schnee entgegen. So haben wir von jedem Wetter etwas dabei. Laut Wolfgang und Elke hat es quasi Tradition, dass ihre Skitouren im dichten Schneetreiben zu Ende gehen – so auch diesmal. Für uns passt das prima, denn mit einer guten Schicht Neuschnee lässt sich das LVS-Gerät zum Übungssuchen wesentlich leichter verbuddeln, das Spitzkehrentraining wird anspruchsvoller und bringt uns nochmal extra ins Schwitzen und die Schneehöhle lässt sich auch wesentlich besser bauen.

Nach diesem inhaltlich vertiefenden Vormittag fahren wir gemütlich zum Parkplatz ab und Jakob filmt noch die letzten spektakulären Bilder für das Tourenvideo. Wir kehren ein letztes Mal ein und stärken uns für die Rückfahrt ...denn diesmal gibt’s keine warmen Würstchen.

Vielen Dank, lieber Wolfgang und liebe Elke für die Vorbereitung, die Begleitung und den Schnaps!

Unser Tagesziel vor Augen: Tristkopf - 2361 m
Geschafft: auf dem Tristkopf!
Bei schlechtem Wetter: Ausbildungsprogramm
Ein sehr eindrucksvolles Gebilde
Bei der Abfahrt ins Tal