MTB-Singletrailtour im Fichtelgebirge

11.07.2015 - 12.07.2015
Autor: Roland Döllinger
Tour-Nr.: 2015-02-96

Traumtour für technisch versierte Trailliebhaber

Eigentlich fristete das Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns für uns bis jetzt ein eher unbeachtetes Dasein. Nur eineinhalb Autostunden entfernt, bietet dieses Gebiet um den Ochsenkopf aber gerade für uns Mountainbiker gigantische Möglichkeiten. Unser Tour-Guide Günter Wolf und einige der Teilnehmer konnten sich im letzten Jahr schon davon überzeugen, wir anderen taten das am Wochenende des 11. und 12. Juli.

Ausgeschrieben war diese Tour als anspruchsvolle Mountainbike Route bis Kategorie S3 in der Singeltrail-Skala (S3= Verblockte Singletrails, größere Felsbrocken oder Wurzelpassagen, hohe Stufen, Spitzkehren usw. ). Und von solchen Passagen gab es einige. Die Federwege der Bikes voll ausnutzend begannen die Trails im oberen Teil meist recht heftig, um im mittleren Teil etwas flüssiger zu werden und im unteren Teil in flowige Passagen überzugehen. So manchem von uns Trail-Fahrern wurde ob dieses Umstands ein lautes Juchzen entlockt.

Klar, für typische Eisdielen-Mountainbiker wäre das eher nichts gewesen. Aber das waren wir alle nicht. Neben Günter, der sich bei der Routenwahl wieder einmal mehr selbst übertraf, war Jenny als einzige Frau mit dabei und machte hier eine sehr gute Figur. Ihr Mann Jörg, Matthias, 2x Michael, Ralf, Robert und Roland komplettierten das Feld.

Der Samstag forderte uns mit über 1600 Höhenmetern und 52 Kilometern Strecke. Viele Anstiege wurden dabei auch auf Trails bewältigt, was gute Fahrtechnik und auch eine Portion Kondition voraussetzte. Gleiches galt natürlich auch für die bereits beschriebenen Abfahrten um dabei stets den richtigen Schwerpunkt zu finden und damit die lockere Fahrerposition fließend zu wechseln. Am Seehaus, unserer Hütte zum Übernachten im Stile einer oberbayerischen Hütte, konnten wir noch bis spät in der Abendsonne sitzen und flüssigkeitsausgleichend die Tagesetappe diskutieren, welche wie folgt verlief:  Fichtelberg, Kösseine, Püttnersfels, Luisenburg, Tröstau, Hohe Matze, Platte, Seehausweg, Fichtelsee, Ochsenkopf, Goetheweg, Seehaus.

Das Trail-Vergnügen setzte sich am Sonntag nach dem Frühstück unvermindert fort. Ausgeschlafen, vereinzelt mit etwas Muskelkater ging es ab dem Seehaus gleich wieder ins Gelände, hinab zum Fichtelsee, auf zur Nabquelle, dem Ochsenkopf, runter nach Bischhofsgrün, auf zur Egerquelle und den Schneeberg, über Nußhardt und Seehügel, über den Plattensteig zum Fichtelsee und anschließend zurück zum Ausgangspunkt vom Samstag, nach Fichtelberg. Obwohl nur etwas mehr als einen halben Tag unterwegs, kamen an diesem zweiten Tag auch  850 Höhenmeter und 30 Kilometer zusammen.

Ohne größere Blessuren – von wenigen Kratzern, Mückenstichen und abgefahrenen Bremsbelägen abgesehen - überstanden Fahrer und Material diese Tour. Bei einem Trail-Anteil von über 50% ist das nicht unbedingt selbstverständlich. Geschuldet war diese jedem einzelnen Teilnehmer durch seine persönliche Einschätzung und auch der klasse Betreuung durch Günter.

Sollte es im nächsten Jahre wieder heißen, „Anspruchsvolle MTB- Tour im Fichtelgebirge“, was ich hoffe, – dann bin ich definitiv wieder mit dabei und werde versuchen, diese eine steile verblockte Stelle zu fahren und diesmal nicht mit dem Pedal am Felsen hängen zu bleiben und abzusteigen;-))

Günter Wolf führt die ganze Mannschaft an, Foto: Ton
Auf dem Schneeberg, Foto: Löffler
Perfekte Bike-Beherrschung – Matthias Löffler in Aktion, Foto: Döllinger
Gruppenfoto auf dem Gipfel der Kösseine
Michael Schneider auf einem der zahlreichen Trails, Foto: Löffler
Bizarre Felsformationen – Nußhardt, Foto: Döllinger
Eine von vielen anspruchsvollen Stellen in den Single-Trails, Foto: Döllinger