Alter Schmugglerpfad im Wettersteingebirge

01.08.2015 - 02.08.2015
Autor: Friedrich Meyer
Tour-Nr.: 2015-02-32

Das ist Lebensqualität!

Die Gruppe

Unsere Gruppe (auf dem Bild von links: Friedrich, Ronald, Julian, Dietmar, Svenja, Alida, Sebastian und Maximilian; im Hintergrund die Olympiaschanze) war eine harmonische Mischung bezüglich Erfahrung, Temperament, Alter …

Mit Ronald hatten wir einen Bergführer, der uns mit vielen interessanten Informationen zu unserer Tour versorgte, immer einen Scherz auf den Lippen hatte (das Zwerchfell war mindestens genauso gefordert wie die Beinmuskulatur) und uns souverän und sicher durch Klettersteig und Pfade führte. Die Teilnehmerzahl war durch die begrenzte Reservierungsmöglichkeit auf der Oberreintalhütte auf acht festgelegt.

Partnachklamm

Am Samstagmorgen um sieben Uhr startete unser Bus am DAV-Heim in Ansbach, über Augsburg ging es nach Garmisch-Partenkirchen.

Von hier wanderten wir am späten Vormittag Richtung Bockhütte im Reintal los. Der Weg führte uns zunächst durch die beeindruckende Partnachklamm, die sehenswerte Klamm ist ca. 700 m lang, ihre Wände steigen bis zu 80 m empor. Durch in den Fels gesprengte Stollen und Durchgänge ist sie begehbar, allerdings an schönen Wochenenden, wie bei unserer Wanderung, auch ziemlich überlaufen.

Oberhalb der Klamm sammelten wir uns wieder und gingen zunächst Richtung Zugspitze ins Reintal. Nachdem sich langsam der Hunger meldete kam unser nächstes Ziel, Mittagessen auf der Bockhütte, gerade recht.

Bockhütte

Auf der Bockhütte angekommen war zunächst die schwierige Entscheidung, deftige Brotzeit, Kaffee und Kuchen oder beides zu treffen. Wir ließen es uns mit unserer jeweiligen Wahl gut gehen und stimmten mit Ronald überein: Das ist Lebensqualität.

Gestärkt und ausgeruht zeigte uns Ronald schon mal unsere nächste Etappe in der gegenüberliegenden Wand, die Kletterausrüstung wurde angelegt und los ging es.

Schmugglerpfad, Klettersteig, Hundstallkar

Ronald erklärte uns, wie er Informationen zu diesem Schmugglerpfad in der Bergsteigerliteratur entdeckte, den Pfad mit Hilfe einer Gruppe von Studenten fand und jetzt zum zweiten Mal einer Gruppe unserer Sektion zeigte.

Durch ein steiles Waldstück erreichten wir den Einstieg in den Klettersteig. Über Leitern ging es zunächst senkrecht in die Höhe, anschließend folgten seilversicherte Querungen und am Schluss ein kurzer Abstieg ins Hundstallkar.

Hier legten wir eine kurze Rast ein, genossenen das Erlebte und den herrlichen Ausblick ins Reintal und zur Bockhütte.

Der Rückweg führte auf demselben Pfad zurück zur Bockhütte.Dort gabt es noch mal eine Rast, eine hochprozentige Belohnung und selbstgedichtete Lieder von Ronald. Das ist Lebensqualität.

Oberreintalhütte

Wir nahmen den Abzweig ins Oberreintal, Richtung Oberreintal-Hütte. Der angekündigte Regen entpuppte sich als gelegentliches Tröpfeln und tat somit unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Zur Hütte auf 1532m ging es steil bergauf, zudem kam im letzten Abschnitt noch das Gewicht von großen Holzscheiten dazu. Die Hütte ist eine Selbstversorgerhütte für Kletterer, auf der der Wirt das mitgebrachte Essen kocht und Getränke verkauft. Das benötigte Holz lässt er sich von den Besuchern hochtragen.

Nachdem wir erst gegen sieben ankamen, mussten wir den Wirt erweichen unser Essen noch zu kochen, zum Glück stimmte ihn das große Holzscheit, das Alida anschleppte, gnädig und wir konnten unser Essen warm genießen. Mittlerweile regnete es kräftig, was aber unseren Hüttenabend und guten Schlaf nicht beeinträchtigte. Am Morgen, vom Hüttenwirt geweckt, genossen wir ein opulentes mitgebrachtes Frühstück und weiter ging es.

Schachenhaus

Auf dem Weg zum Schachenhaus auf 1866 m begleitete uns leichter Regen, der aber wunderbar zur Flora und zu unserer Stimmung passte. Am Etappenziel angekommen wurde es dann doch etwas ungemütlich, der Regen wurde mehr und die Temperatur weniger. Nach der Besichtigung des Königshauses am Schachen (man glaubt es kaum was König Ludwig II alles gebaut hat) saßen wir dichtgedrängt in der Gaststätte und wärmten uns mit heißer Leberknödelsuppe, Käsespätzle, Apfelstrudel und Tee wieder auf.

Kälbersteig

Als wir zum Abstieg aufbrachen, brachen auch die Wolken auf. Wir konnten uns noch an einem herrlichen Fern- und Talblick erfreuen und Sonnenschein begleitete uns ins Tal. Über den steilen Kälbersteig stiegen wir 1150 m nach unten bis wir wieder an der Partnach ankamen. Nach einer Erfrischung oder auch einem Bad im kühlen Fluss, ging es durch die Partnachklamm zurück zu unserem Auto.

Und zum Schluss ein Kaffee bei Riesch’s unter der Olympiaschanze

Bevor uns Dietmar wieder sicher und angenehm nach Ansbach fuhr, genossen wir noch Gutes bei einer Einkehr im Café Riesch.

Das ist Lebensqualität!

Die harmonische Mischung
Die beeindruckende Partnachklamm
Rast auf der Bockhütte
Ronald erklärt den Schmugglerpfad in der Wand
Klettersteige sind kein Problem für Alida
Steil ging´s hinauf
Die Oberreintalhütte
Leicht angefeuchtete Wanderer
Lebensqualität nach dem Schmugglerpfad