Bergtour und Klettersteig am Watzmann

18.09.2015 - 20.09.2015
Autor: Axel Zwiener
Tour-Nr.: 2015-02-37

Der Berg ruft - und wir machten uns auf den Weg

Aber eins nach dem anderen. Zunächst hatten wir uns auf eine Vorbesprechung im Vereinsheim verständigt. Dabei wurde der Bedarf an Kletterausrüstung geprüft und Einzelheiten für den Tourenverlauf besprochen.

Pünktlich konnten wir unsere etwa 350 km lange Autofahrt in Richtung Königssee am Vereinsheim starten. Mit an Bord waren neben unserem Guide Gerhard auch Gudrun, Heike, Petra, Sylvia, Friedrich, Franz, Harald und ich.

Der Watzmann ruft, groß und mächtig, schicksalsträchtig. Um seine Gipfel jagen Nebelschwaden! Genauso wie es Wolfgang Ambros besungen hatte. Nur nicht schicksalsträchtig und möglichst ohne Nebel wollten wir ihn haben.

Nach etwa vier Stunden Fahrt hatten wir den Parkplatz Wimbachbrücke (1.150m) im Tal der Ramsauer Ache erreicht. Parktickets lösen, kleine Stärkung, Bergschuhe an und los ging es. Unser Ziel war heute das Watzmannhaus. Ein reizvoller Aufstieg auf dem Weg 441 mit Blick hinüber zum Jenner. Bis zur Talstation der Materialseilbahn für das Watzmannhaus ein ausgebauter Forstweg, der dann bis zum Watzmannhaus (1.930m) ein stets ansteigender, holpriger, lerchen- und kieferngesäumter Pfad wird. Nebelschwaden waberten um die Berggipfel und ließen erahnen was uns bevorstand. Nach einem launigen Abend trafen wir uns um 06:30 Uhr am Frühstückstisch.

Für Frühaufsteher präsentierte dieser Morgen einen klaren Sternenhimmel und gleich anschließend einen wunderbaren Sonnenaufgang.

Raureif hatte sich in der teils klaren Nacht über die vielbegangenen glattpolierten Kalksteine auf dem Weg zum Hocheck gezogen.

Bald hatten uns die Nebelschwaden ganz eingehüllt und ließen keine Fernsicht mehr zu. Die Sichtweite betrug oft weniger als 50 m. Etwa um 11 Uhr war der Beginn des Klettersteiges erreicht; der bis zur Mittelspitze ein eher leichter Klettersteig ist. Wegen der angekündigten Niederschläge am Nachmittag haben wir das weitere Ziel Südspitze gestrichen und eine ausgiebige Rast an der 2.713 m hohen Mittelspitze eingelegt. Zeit genug um auch den gipfelnahen Geocache zu finden. Auch wenn der ersehnte Blick hinunter zum Königssee nicht möglich war, so ergaben sich im Nebel und der manchmal durchbrechenden Sonne immer wieder reizvolle Eindrücke, die nicht nur mein Fotografenherz höher schlagen ließen. Der Entschluss, die Südspitze auszulassen hat sich als vernünftig herausgestellt, denn der Abstieg war sehr glitschig und erforderte volle Aufmerksamkeit.

Heute stand auf der Hütte Gamsgulasch mit Pilzen auf der auch sonst sehr einladenden Speisekarte. Nach einem kurzweiligen Abend und einer kurzen Nacht haben wir uns auf den Rückweg zur Wimbachbrücke gemacht. Die fotogene Wimbachklamm konnte ich natürlich nicht auslassen. Zum Abschluss haben wir es uns in Ramsau beim Oberwirt noch einmal richtig gut gehen lassen.

Nach dem wunderschönen Blick vom Malerwinkel mit der Ortskirche St. Sebastian im Vordergrund und einem Abstecher zum Hintersee haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht.

Dank der guten Vorbereitungen von Gerhard und der guten Laune aller Teilnehmer haben wir eine sehr schöne Bergtour erleben dürfen, auch wenn der Blick auf die grandiose Landschaft  nicht immer frei war. Schee wors!

Malerwinkel Ramsau
Kurz unterhalb des Watzmannhauses
Das imposante Watzmannhaus
Sternenhimmel über der Hütte
Sonnenaufgang
Der Einstieg zum Klettersteig
An der Mittelspitze
Mitten im Klettersteig
Die Teilnehmer
Gemütlicher Hüttenabend im Watzmannhaus