Auf neuen Pfaden in der Kleinen Luxemburger Schweiz

12.06.2015 - 16.06.2015
Autor: Beate König
Tour-Nr.: 2015-02-58

Von Zunderschwämmen, versteinerten Gebissen und Kirschbier ...

 „Auf neuen Pfaden in der Kleinen Luxemburger Schweiz“ vom 12.06. - 16.06.2015

12.06. Nach knapp 400 km Fahrt mit dem Vereinsbus kommen wir bei schönstem Wetter gegen Mittag in Bech an, um von dort gleich zur Extratour C des Mullerthal Trails zu starten. Der Weg führt uns bald in einen ehemaligen Eisenbahntunnel. Licht für Licht schaltet sich beim Durchqueren ein, und wir sind gespannt auf das Land, das uns am Ende des Tunnels erwartet.  

Zunächst ist da eine Schar Zwerge, die den Weg versperrt, uns nach dem Appell der Erzieherinnen jedoch brav weiterziehen lässt. Wir wandern an weidenden Kühen und grasenden Pferden vorbei, kommen durch Wälder und erreichen schließlich das Naturdenkmal Bildchen, eine 1000-jährige Eiche, in deren gespaltenem Stamm eine Marienstatue steht. Von dort geht’s hinab ins nächste Waldstück, wo wir die ersten Sandsteinformationen sehen. Hier grünlich, mit unterschiedlichen Löchern wie ein Schwamm sowie größeren Quer- und Längsrillen. Oben, soweit sichtbar, von Moosen und sogar Bäumen bewachsen, dominieren sie die Waldlandschaft. An anderer Stelle ist das Gestein eher weißlich und sieht aus wie ein versteinertes Gebiss.      

Gegen Ende der Rundwanderung erreichen wir einen Aussichtspunkt mit Blick auf die Landschaft Luxemburgs: Wälder, Weideland, Hecken, Bäume, kleine Orte.
Wir fahren nach Beaufort weiter, wo wir 4 Nächte in der Auberge "Rustique" Quartier haben. Heute verwöhnt Julien uns im Biergärtchen mit Luxemburger Weinwürsten und Senfsoße. Wir probieren uns durch das Angebot Luxemburgischer und Belgischer Biere, z.B. ein Kirschbier, und sind bester Urlaubsstimmung.

13.06. In der Nacht hat es geregnet, und wir packen bei wolkenbedecktem Himmel
die Regensachen griffbereit für die 24 km lange Teilroute der Route 1 des Mullerthal Trails, die im Ganzen 41 km misst. Vom Lac in Echternach aus starten wir und durchqueren die Stadt bis zur Sauer, an der unser Weg eine Weile entlangführt. Es ist dämpfig vom Regen, regnet aber nicht mehr. Heute führt unser Weg dicht vorbei an den Felsungetümen. Wir lernen von Stephan wieder einiges, z.B. über den Zunderschwamm, einem Baumpilz, der früher zum Zundern verwandt wurde. Außerdem erfahren wir, dass Baumpilze die Eigenart haben, nach der Fällung des Baumes immer ihre Unterseite der Erde zuzuwenden, die Pilzfruchtkörper sich also am liegenden Stamm drehen. Stephan stupst uns Wissbegierigen immer wieder auf Besonderheiten, teilt uns seine Beobachtungen mit und bereichert das Naturerlebnis, indem er den bloßen Anblick mit Wissen anreichert. Wir rasten bei Sonnenschein auf dem Kirchplatz in Rosport und erwerben uns im Laufe des Tages die ersten Blasen an den Füßen.

14.06. Wir starten bei Medernach die 23 km lange Extratour A, den westlichsten Teil des Mullerthal Trails. Nach wenigen Kilometern erreichen wir oberhalb der Stadt La Rochette einen Aussichtspunkt, von dem wir die Reste der aus dem 12. Jahrhundert stammenden Burg Fels sehen sowie einen schönen Überblick über die Stadt haben. Es ist warm und wir sind froh, dass der Weg viel durch den Wald führt und wir etwas von der Kühle der Felsen spüren. Im Ort Nommern findet ein Musikfest statt. Es ist auch ein deutscher Spielmannszug da. Wir genießen Luxemburger Waffeln mit Erdbeeren und die zünftige Musik.

15.06. Heute umwandern wir Fischbach schleifenartig in 3 Richtungen. Die Landschaft wirkt wieder ganz anders. Wir verlassen den Wald selten, sind fasziniert von großen Flächen voll blühenden Fingerhutpflanzen. Die Felsschluchten sind mal mächtig und nah, dann bilden sie unscheinbare Wände, die sich in die Gegend einfügen.

16.06. Nach einem Abstecher zum Schiessentümpel, einem kleinen, malerischen Wasserfall an der Schwarzen Ernz treten wir die Heimfahrt an.
Wir, das waren: Vera Beier, Kornelia Hafemann, Karin Karg, Beate König, Walter Sept, Gerhard Karg, Thomas König und unser Tourenleiter Stephan Wickerath. Wir haben viel gelacht, genauso viel voneinander gelernt oder erfahren und fünf wunderschöne Auszeittage miteinander verbracht.

Eisenbahntunnel in Bech
Schichtgestein
Ein versteinertes Gebiss
Entspannte DAVler bei einer Rast nahe Echternach
Rastende Kühe
Burg in La Rochette
Fingerhutteppich
Schlucht bei Fischbach
Alle Teilnehmer